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5 Wege an ein Auto zu kommen, wenn man selber keines hat (und keins kaufen will)

Fast jeder kennt die Situation aus Zeiten, in denen noch kein Auto da war oder seitdem keins mehr da ist – grundsätzlich braucht man keins, aber von Zeit zu Zeit wäre es schonmal ganz praktisch ein Auto mieten zu können. Das ist oft teuer und umständlich, aber es gibt Alternativen 😉 

1. Du kannst Freunde oder Familie fragen

Der einfachste Weg ist natürlich, mit Freunden oder Familie Autos zu teilen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Meistens zahlt man nur Sprit und die Merci-Packung bei der Rückgabe und sonst nichts, also eine relativ günstige Angelegenheit. Hinzu kommt, dass man sich nicht aufwändig irgendwo anmelden muss.
Schwierig wird es, wenn unterwegs etwas passiert, was schlimmstenfalls auch noch vom Fahrer selbst verschuldet ist. Zum einen kann sowas Freundschaften durchaus belasten. Zum anderen gibt es ziemlich oft ein Versicherungsproblem, wenn jemand anderes als im Haftpflichtvertrag genannt ist das Auto fährt. Sowas sollte vorher mit der eigenen Versicherung abgeklärt werden, sonst kann es teuer enden.

2. Du kannst von andere Leuten Autos mieten – mit Peer2Peer Carsharing

Diese ist wahrscheinlich die (noch) am wenigsten verbreitete Variante an ein Auto zu kommen. Was eigentlich schade ist, denn sie kombiniert viele Vorteile der anderen. Beim Peer2Peer (Abkürzung P2P) Carsharing geht es darum, von Privatpersonen an Privatpersonen zu vermieten. Konkret bedeutet das, dass Menschen die ihr Auto nicht oft brauchen es über eine Plattform anderen zur Verfügung stellen, die das Auto dann buchen können. Der Mieter kommt relativ günstig an ein Auto in seiner direkten Umgebung und der Vermieter bekommt ein paar Euro dafür. Alle Fragen zur Versicherung und Haftung werden über die Plattformen abgedeckt. Diese Betreiber behalten pro Buchung einen bestimmten Betrag ein um davon die Versicherung und ihr eigenes Geschäft zu finanzieren.

Die Anmeldung ist im Vergleich zum Carsharing recht einfach, weil der Personalausweis und der Führerschein direkt dem Vermieter vorgelegt wird. Man muss also nicht erst in ein Geschäft, um diese Dokumente vorzulegen. Die Schlüsselübergabe findet vornehmlich manuell statt, also indem sich Mieter und Vermieter treffen.
Ein Vorteil an dieser Variante ist allerdings, dass man unabhängig davon ist ob ein CarSharing Anbieter in der eigenen Stadt aktiv ist oder nicht. Gerade im ländlichen Bereich braucht es also nur ein paar nette Nachbarn und schon hat man ein eigenes Carsharing etabliert.

Die bekanntesten Anbieter sind Drivy und SnappCar (gerade fusioniert mit Tamyca). Relativ neu ist auch get-a-way, die die Vorteile aus Free Floating Carsharing und privatem Carsharing kombinieren wollen. Bisher ist dieser Anbieter allerdings nur in Berlin aktiv. Dazu kommen spezialisierte Anbieter, zum Beispiel PaulCamper für Campingwagen. Wenn du mehr über P2P Carsharing wissen willst ist dieser Artikel wie für dich gemacht: Wie du dein ungenutztes Auto zu Geld machen kannst

Was unterscheidet Drivy von anderen Anbietern?

  • Hohe Nutzerzahlen, das heißt es sind viele Autos verfügbar und viele Mieter suchen hier nach einem Auto
  • Es benötigt nur der Vermieter ein Smartphone, der Mieter muss nicht unbedingt eines haben
  • Bei Übergabe muss immer das gesamte Auto fotografiert werden (nervig, aber dafür sicherer)
  • Mit Drivy open muss der Autobesitzer für die Schlüsselübergabe nicht vor Ort sein und kann so auch in seiner Abwesenheit vermieten (29€ / Monat)
  • Nur Paypal und Kreditkarte als Zahlungsmöglichkeit
  • Mit 30% vom Mietpreis geht ein relativ hoher Anteil  an Drivy

 

Wenn du es gleich mal testen willst gibt es hier 10€ Rabatt auf deine erste Buchung: https://www.drivy.de/r/1649187-09c*

 

Was unterscheidet SnappCar von anderen Anbietern?

  • Erinnerung 30 Minuten vor Beginn und 90 Minuten vor Ende der Buchung
  • Viele Filterkriterien, z.B. Auslandsfahrten erlaubt, Mitnahme von Haustieren und Kinder
  • Mieter und Vermieter müssen ein Smartphone haben für den Übergabeprozess (Mieter muss Angaben bestätigen)
  • Einfacher Übergabeprozess mit nur 3 Schritten (km-Stand, Führerschein des Mieters & Schäden) bei Abholung und Rückgabe
  • Viele verschiedene Zahlungsmöglichkeiten (Lastschrift, Kreditkarte, Giropay, Sofortüberweisung), allerdings kein Paypal
  • Mit 89% geht ein großer Teil der Mieteinnahme direkt an den Autobesitzer
  • Im Moment ist der Autobestand noch ausbaufähig 🙂

Wenn du SnappCar testen willst gibt es hier 20€ Guthaben auf deine erste Buchunghttps://www.snappcar.de/r/00495194/Luise*

3. Du kannst Free Floating Carsharing nutzen

„Free Floating“ also frei übersetzt „frei beweglich“ bedeutet, dass Carsharing-Autos am Straßenrand stehen die ganz spontan über eine App gebucht und geöffnet werden können. Dafür muss man natürlich vorher angemeldet sein. Diese Variante ist am besten, wenn man nur mal eben schnell irgendwo hin will oder nachts die U-Bahn verpasst hat.

Free Floating Carsharing ist in Bezug auf Kosten und Zeit mit Abstand die teuerste Variante, aber eben auch die bequemste. Das Auto muss nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück gebracht werden und kann einfach irgendwo stehen gelassen werden. Auf der anderen Seite kann man es eben auch nicht länger als 15 oder 30 Minuten vorab reservieren und läuft eventuell Gefahr, dass gerade kein Auto da ist wenn man es braucht. Das ist mir allerdings bisher ausgesprochen selten passiert. Wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist und alle zusammenlegen relativiert sich auch der Preis, dann ist es je nach Strecke oft nicht teurer als ein Straßenbahnticket für alle.

Eine Voraussetzung ist natürlich, dass es in der eigenen Stadt einen Anbieter gibt und sowohl der Start- als auch der Zielort im Geschäftsgebiet liegen. Meine Großeltern in Pankow wohnen z.B. ungefähr 800m außerhalb des Geschäftsgebietes von Car2Go und Drive Now, das laufe ich dann öfter mal 🙂

Es lohnt sich auf jeden Fall nachzuschauen, ob es Angebote gibt. Selbst in unserem nicht ganz so hippen und innovativen Hannover gibt es das. stadtmobil, die eigentlich stationsbasiertes Carsharing betreiben, hat hier „stadtflitzer“ rumfahren, die für die spontane Nutzung zur Verfügung stehen. Die bekanntesten Anbieter sind Car2Go (Mercedes) und DriveNow (BMW und Sixt). Die sind allerdings vor allem in den deutschen Metropolen aktiv.

4. Du kannst stationsbasiertes Carsharing nutzen

„Stationsbasiert“ heißt, dass das Auto am gleichen Punkt wieder abgeholt und abgegeben werden muss, also an seiner „Station“. Zum Einkaufen oder den zeitlich planbaren Besuch bei den Eltern Sonntag nachmittag ist das also eine gute Variante. Es ist besser planbar weil man das Auto auch zwei Wochen vorher für einen bestimmten Zeitraum buchen kann. Dabei legt man auch schon genau fest, welches Auto es sein soll. Zusätzlich ist es deutlich günstiger als Free Floating Carsharing. Bei Flinkster, einem bekannten Anbieter, geht es in der kleinsten Fahrzeugklasse ab 5€ pro Stunde los. Zuzüglich einem (geringen) Kilometerpreis, aber oft fährt man ja auch gar nicht weit.

Bei den meisten Anbietern gibt es auch günstigere Wochenend- oder Wochenpreise, sodass sie zu einer echten Alternative für klassische Autovermietungen werden. Auf der Fähr-Rückfahrt von Großbritannien im Sommer stand vor uns ein Cambio-Auto. Der Familienvater der damit unterwegs war meinte, es ist preislich kein Unterschied ob er für die 5 Wochen bei Sixt oder bei Cambio bucht und so weiß er vorher wenigstens ganz genau, welches Auto er hat (es war ein Caddy). Wie du dir denken kannst habe ich mich darüber sehr gefreut 🙂

Auch beim stationsbasierten Carsharing muss man sich vorher anmelden, den Personalausweis vorzeigen und bekommt dann eine Kundenkarte. Wenn das einmal erledigt ist, kann man auch spontan buchen ohne mit einem Mitarbeiter reden zu müssen. Stationsbasierte Angebote gibt es deutlich häufiger auch in kleineren Städten, auch hier lohnt sich nachschauen. Die bekanntesten Anbieter sind Flinkster (Deutsche Bahn), Cambio, Stadtmobil und Teilauto. Teilauto und Flinkster haben eine Kooperation, sodass Flinkster-Kunden auch Teilautos buchen können und umgekehrt.

5. Du kannst bei einer klassischen Autovermietung buchen

Bei einer ganz normalen Autovermietung wie Europcar, Avis oder Sixt haben ja viele ohnehin schonmal gebucht. Der Vorteil ist natürlich, dass es persönliche Ansprechpartner gibt und die Autos fast immer neu und Top in Schuss sind. Deswegen verbindet man die Autovermietung auch mit relativ teuren Angeboten, wobei das gar nicht so sein muss. Oft gibt es Studentenrabatte oder Wochenend-Rabatte wenn man rechtzeitig bucht. Wer dann noch alleine unterwegs ist und sich das Auto voller Mitfahrer packt (siehe dazu auch meinen Artikel zu Mitfahrgelegenheiten) kommt unterm Strich auch gar nicht so teuer raus.

Schwierig finde ich bei Autovermietungen immer die Abholung und Abgabe ganz früh morgens oder spät abends. Die Rückgabe geht mittlerweile ja schon mit Schlüsselkästen, dennoch ist das ganze immer irgendwie unflexibel im Vergleich zu Carsharing. Außerdem sind die Stationen oft ziemlich weit draußen an Flughäfen oder mitten in der Innenstadt am Bahnhof. Jedenfalls sind sie irgendwie nie da, wo ich bin. Das ist beim Carsharing schöner.

 

So what?

Also du siehst – die Gründe ein eigenes Auto zu haben werden immer weniger 😉 Lasst uns also zusammen unsere Stehzeuge zu Fahrzeugen machen. Das schont die Umwelt, ist oft stressfreier (kein Reifenwechsel, kein TÜV, keine Reparaturen).

Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung, entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
Und wenn du den Artikel magst – spread the love and share the happiness (auf Facebook, Twitter, G+ oder wo du sonst bist). Ich danke dir von Herzen.

 

* durch Nutzung dieser Links ist nachvollziehbar, dass du durch meinen Artikel auf Drivy bzw SnappCar aufmerksam geworden bist, weswegen ich dafür auch mit Mietguthaben belohnt werde. Win-win 🙂

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