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5 Zeichen an denen du merkst, dass es Zeit ist den Job loszulassen

Diesen Artikel schreibe ich zu einem Zeitpunkt, zu dem ich meinen Job noch habe. Ich habe noch nicht mal gekündigt. Ob ich es zeitnah tun werde, weiß ich auch nicht. Ich denke auch gerade „Ahhhh, das kannst du erst veröffentlichen wenn du wirklich weg bist“. Mal sehen.

In einem ZEGG-Seminar habe ich von der lieben Susanne Kohts gelernt, dass man auch als spiritueller Mensch das „fake it until you make it“-Verfahren anwenden darf. Zu deutsch, „tu so als ob, bis es wirklich eingetreten ist“. Das tue ich hiermit. Ich tue in meinem Kopf, als hätte ich bereits gekündigt. Woran ich gemerkt habe, dass es dafür Zeit war (bzw. wäre).

5 Zeichen, dass es an der Zeit ist deinen Job gehen zu lassen

1. Du sagst anderen Leuten, dass du gehen willst. Regelmäßig.

Ich bin extrem dankbar dafür, dass es in meinem beruflichen Umfeld überhaupt Menschen gibt, mit denen ich so offen darüber sprechen kann. Im privaten sowieso. Als ich kürzlich ein Kennenlern-Gespräch mit einem neuen Manager hatte, habe ich entschieden ebenso ehrlich zu sein, damit fährt man doch oft deutlich besser. Seine Zusammenfassung nach meinem Vortrag, wie eine menschenfreundlichere Unternehmenskultur aussehen könnte war „Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, bist du weg?“ Das habe ich bejaht. Das erste Mal so deutlich und ich bin diesem Menschen sehr, sehr dankbar für ein so deutliches Spiegel vorhalten.

2. Andere Menschen spiegeln dir, dass du gehen willst. Regelmäßig.

Als ich in Teilzeit gegangen bin sagte meine Mutter, „dann sehe ich dich da in einem Jahr nicht mehr arbeiten“. Naja, sie ist meine Mutti und sie kennt mich. Nach einem internen Vorstellungsgespräch mit einer anderen Abteilung sagte mein potentieller neuer Chef zu mir „Ich würde mich ja freuen, wenn du in meine Abteilung kommst. Ich habe aber das Gefühl, dass du eigentlich schon weißt, dass du gehen willst.“
Wenn andere Menschen einem spiegeln, dass man den Eindruck macht gehen zu wollen ohne dass man das gesagt hat, ist das schon auch ein sehr deutliches Zeichen.

3. Du bist lieber (wirklich) krank, als arbeiten zu gehen.

Diese Erkenntnis kam mir auch in einem Gespräch mit einem Kollegen – dafür bin ich von Herzen dankbar! Ich sitze nämlich gerade mit einer fetten Bronchitis zu Hause und bin meinem Körper eigentlich ganz dankbar dafür. Vor 2 Uhr nachts kann ich nicht einschlafen, weil ich die ganze Zeit husten muss. Und Fieber habe ich auch. Für mehr als mich zwischen Kühlschrank und Bett hin- und herbewegen habe ich keine Kraft. Zu Hause hocken ist ja sonst gar nicht so mein Ding (vor Allem bei wundervollstem sonnigen Herbstwetter und einem Hund, der endlich wieder laufen darf!!!), und trotzdem kann ich das gerade gut annehmen, weil es die Alternative ist zu „auf Arbeit gehen“. Krass, oder?

4. Du benutzt das Wort „aushalten“

Der Duden sagt zu „aushalten“: irgendwo unter bestimmten, schwierigen Umständen bleiben, ausharren, durchhalten. Im übrigen gilt das auch so ungefähr für die Wörter „ertragen“, „durchziehen“ und ähnliches.
Das klingt nicht nach Freude und Lebensenergie, oder? Es klingt nach einer Situation, aus der man rausgehen würde wenn man eine wirklich freie Wahl hätte. Wobei das Thema freie Wahl fast einen eigenen Artikel wert wäre 🙂 Unsere Sprache spiegelt unseren Geist und wenn wir schon „aushalten“ sagen, dann weiß unser Geist eigentlich seit längerem schon, dass wir nicht mit dem Herzen bei der Sache sind.

5. Du hast die Hoffnung aufgegeben, dass irgendwas anders wird

Hier ein neues Projekt, da ein neuer Chef und dort eine Umstrukturierung. Und jedes Mal wieder die Hoffnung, dass es JETZT ENDLICH ANDERS wird. Und jedesmal wieder Enttäuschung. Schon wieder. Und nochmal. Irgendwann fällt es immer schwerer, in neue Impulse Hoffnung zu setzen. Einige Male klappt es noch mit letzter Motivations-Energie und wieder – nichts. Alles beim alten. Die gleichen Themen, die gleiche Leier, die gleiche Stagnation. Bis man Dinge denkt, die man nie denken wollte wie „dann ist es halt so“ oder „dann muss ich es wohl aushalten“.

So what?

Die Erkenntnis, dass es so ist ist schonmal die halbe Miete und darauf darf man stolz sein. Der andere Teil des Weges (eine Alternative finden und MACHEN) kommt dann erst noch. Aber alles zu seiner Zeit.

Warum es trotzdem nicht immer sinnvoll ist, sofort zu gehen

Wenn du willst – geh, und zwar jederzeit. Wenn du noch nicht weißt ob, wie und wann bzw wohin, ist das genauso gut und macht dich zu einem ebenso wertvollen Menschen. Du bist nicht weniger wert, nur weil du deinen Platz in der Welt noch nicht gefunden hast! Ganz im Gegenteil! Du suchst, und das ist großartig!

Ich bin selbst in die Falle getappt von „Boah, ich bin so inkonsequent und feige, nichtmal kündigen kriegen ich hin“. Hey, Moment, es ist ok Angst zu haben vor so einem Schritt! Und vielleicht hat diese Angst sogar ihre Berechtigung.

Ich glaube dass immer, wenn wir mit etwas hadern und irgendwo eine Reibungsfläche entsteht, wir etwas lernen können. Dazu gibt es von Laura Seiler einen großartigen Podcast: https://lauraseiler.com/folge-103-das-leben-gibt-dir-solange-dieselbe-aufgabe-bis-du-sie-loest/

Das heißt auch, es bringt null und gar nichts, aus lauter Ärger und Frustration zu gehen. Weil du dich dann in eine Situation manövrieren wirst, in der du vor demselben Problem stehst. Und zwar so oft wieder, bis du dich damit beschäftigt hast. Nutze diese Situation JETZT um herauszufinden was es ist, was du hier lernen darfst. Und wenn du das gelernt hast, dann wird sich von ganz alleine irgendwo ein anderes Türchen öffnen. Das kann Tage dauern oder Jahre – und beides ist ok.

Gehe nicht als Flucht – mit Groll, Leiden und Ärger – , sondern gehe weil es Zeit dafür ist – in Frieden, Wertschätzung und Anerkennung von allem was ist. Sonst hast du deine Lektion noch nicht gelernt und es wird wieder passieren.

Deswegen habe ich im Übrigen auch die Bezeichnung „loslassen“ gewählt. Der physische Vorgang des kündigens (ein Anschreiben aufsetzen und es wegschicken) ist nicht schwer. Aber den Job im Kopf und im Herzen voller Dankbarkeit loslassen zu können, das ist schon anspruchsvoller.

Ich habe eine Idee, wie das gehen könnte. Dazu wird es bald einen weiteren Artikel geben. Wenn es soweit ist werde ich ihn hier verlinken.

Warum ich mich doch entschieden habe, diesen Artikel jetzt schon zu veröffentlichen

In kurz: Diese Nachricht ist mir zu wichtig, um sie aus Angst vor Reaktionen zurückzuhalten.
Ich bin mir sicher, dass es da draußen sehr, sehr viele Menschen in ähnlicher Situation gibt. Und hey, lasst uns anfangen darüber zu reden! Wir sind nicht auf der Welt, um uns so sehr zu verstellen und im Stillen zu Leiden. Wir dürfen ganz wir selbst sein, immer und zu jeder Zeit. Und ich glaube, dass es uns und unserer Gesellschaft gut tut, wenn Menschen Dinge tun die sie mögen. Lasst uns gegenseitig dazu motivieren, das auch zu tun.

„Fast hätten wir uns mal demaskiert, und gesehen, wir sind die gleichen. Dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten. Und dass wir nur faul und feige waren, das werden wir verschweigen. Und uns heimlich wünschen noch ein bisschen hier zu bleiben.“

aus: „One day“ von Julia Engelmann

 

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Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

1 Kommentare

  1. Anonymous sagt

    Danke für diesen ehrlichen Artikel und den Mut ihn hier zu teilen!! Alles zu seiner Zeit. Es hat einen Grund, warum du noch nicht gekündigt hast! 🙂

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