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ShampooSeifen – nachhaltig Haare waschen!

Bei all den Tonnen Plastikmüll die jedes Jahr in unsere Meeren wandern habe ich diesen Sommer nochmal genauer geschaut, welche Produkte eigentlich den Hauptanteil meines Plastikmülls ausmachen und was davon man gut anders lösen kann. Eine nicht riesige aber leicht zu ersetzende Sache sind dabei Shampooflaschen, also zum Beispiel Duschgel, Haarshampoo und Spülung.

Ich habe überlegt, dass das doch anders gehen muss, weil sich auch die Urmenschen und die alten Ägypter irgendwie gewaschen haben und noch nicht von Procter & Gamble oder Unilever mit allen Unnötigkeiten des Lebens vorsorgt wurden. Und tadaaa… natürlich geht es anders.

Zum einen gibt es gerade vor allem in den USA die #NoPoo Bewegung. Dabei geht es darum, gar kein Shampoo mehr zu nutzen. Die Haare werden also nur mit Wasser, Tonerden, Kaffee, Essig & Co. gewaschen. Das war mir für den Start dann doch zu… unsicher. Zum einen was den Aufwand anbelangt, zum anderen habe ich auch doch Vorbehalte, mit ungewaschenen oder ungepflegten Haaren unter die Menschen zu gehen. Dennoch, vielleicht versuche ich irgendwann auch das.

ShampooBars & ShampooSeifen

Nun gibt es aber ein Mittelding, was zum einen Shampooflaschen verhindert, zum anderen aber trotzdem erstmal zuverlässige Haarwasch-Ergebnisse liefert. Die ShampooSeifen und ShampooBars, also Seife in fester Form. Hier muss man ein bisschen aufpassen mit den Inhaltsstoffen, das ist aber eigentlich gar nicht schwer. Hauptunterschied ist, dass man bei ShampooSeifen, da sie wirklich Seife enthalten mit einer sogenannten „Rinse“, einem Gemisch aus Wasser und Essig, nachspülen muss, sonst wird es unangenehm auf dem Kopf. Bei ShampooBars muss man das nicht.

Grundsätzlich gibt es auch normale Seifen für den Rest des Körpers, der hat sich ja nicht so umständlich wie die lieben Haare, vor allem bei Frauen 😀

Worauf ist zu achten?

Inhaltsstoffe

Da mache ich es mir gar nicht so kompliziert. Ich schaue nur, dass die ShampooBars keine künstlichen Tenside enthalten (das ist leider z.B. bei „Lush“ der Fall) und keine ätherischen Öle bei denen ich weiß, dass ich allergisch reagiere. Das findet man leider nur durch ausprobieren raus, die meisten Menschen reagieren aber auf nix allergisch. Ansonsten nehme ich nix, wo ich die Inhaltsstoffe aus Fachchinesisch entschlüsseln muss. Am sichersten ist mir das deshalb bei kleinen Seifenmanufakturen die selbst und von Hand herstellen.

Überfettung

Überfettung beschreibt den Anteil an Fett, der quasi nicht fest in der Seife gebunden ist sondern für die Haare zur Verfügung steht. Das wird ganz kompliziert ausgerechnet und da muss man einfach ein bisschen ausprobieren. Ich nehme immer zwischen 4 und 6% Überfettung, das ist aber auch bei den meisten Seifen in dem Bereich. Je nachdem ob man von Natur aus eher trockene oder eher fettige Haare hat erklärt sich das ja eigentlich von selbst.

Seife oder nicht Seife?

ShampooSeifen werden mit Natronlauge hergestellt. Das führt besonders bei Kalkhaltigem Wasser dazu, dass sich Kalk und Natron zusammen in den Haaren festsetzen. Um das nach dem Haare waschen wieder zu lösen nimmt man dann eine sogenannte „saure Rinse“, also eine Mischung aus Essig und Wasser.

ShampooBars werden ohne Natronlauge hergestellt. Ich bin kein Chemiker, aber irgendwie führt das dazu das sich in den Haaren nichts festsetzt und man keine Rinse braucht. Für mich funktioniert das prima.

Vor- und Nachteile von ShampooBars und ShampooSeifen

Vorteile:

  • Deutlich einfacher zu transportieren, weil Seifenstücke nunmal kleiner sind als Shampooflaschen (und man ein Stück Abschneiden kann)
  • Vermeidung von Plastik
  • Gesünder für Haare, Kopfhaut & Haut
  • Keine Chemikalien im Abfluss

Und am allerwichtigsten: Es ist ein schönes Gefühl, sich mit liebevoll handgemachten Seifen zu waschen, die nicht aus Fabriken kommen 🙂 Liebe für dich und Liebe für die Welt!

Nachteile:

  • Gibt es (noch) nicht in den großen Drogerien zu kaufen, ich bestelle deswegen immer online (doof für Abgase und so…)
  • Kleine Umgewöhnung von klassischen Shampoos

Wo bekommt man die ShampooBars und -seifen nun her?

Ich bestelle immer bei Steffis Hexenküche. Da weiß ich, dass tatsächlich alle Seifen von Hand gemacht sind und Steffi und ihr Team bemühen sich auch immer sehr um eine gute Beschreibung, sehr genaue Angaben für wen was geeignet oder nicht geeignet ist und stehen bei Rückfragen sehr gerne zur Verfügung. Insgesamt macht der Shop den Eindruck, dass da einfach jemand seiner Leidenschaft nachgeht. Es ist nicht immer alles verfügbar, aber das ist in der Natur ja auch so 🙂
Bei Steffis Hexenküche ist auch toll, dass die Verpackung zu 100% recycelbar ist. Es bleibt also noch der Transportweg als ökologisches Minus, aber dafür überwiegt in meinen Augen all die Chemie, die nicht im Abwasser landet. Und mein glücklichen Haare natürlich 🙂

Und Geschenkidee: Es gibt bei Steffis Hexenküche einen Adventskalender mit 24 liebevoll selbst gemachten Produkten drin (und noch jede Menge anderer Dinge außer Seife). Der muss vorbestellt werden und kostet 110€. Den Preis finde ich absolut ok, wenn man bedenkt dass alles handgemacht ist und auch jeder Kalender selbst gebastelt wird. Wem das trotzdem zu teuer ist – was ich auch verstehen kann – der kann ja auch einfach die Produkte einzeln kaufen und selbst basteln, dann wird es zumindest etwas günstiger.

Es gibt auch noch andere Shops (Sauberkunst, Calani Seifenmanufaktur, oder die Seifenmanufaktur St. Annen). Da ich bei denen aber noch nicht bestellt habe kann ich nichts dazu sagen, wie die Seifen sind. Wenn ihr da mehr Erfahrung habt – sehr gerne! 🙂

Bei Simones Seifenmanufaktur in Braunschweig kann man zwar auch online bestellen, viel spannender finde ich da aber die angebotenen Workshops, bei denen man lernen kann selbst Seife zu sieden. Das habe ich noch nicht gemacht, steht aber ab jetzt auf dem Wunschzettel.

Also – es gibt keinen Grund mehr, Unmengen von Shampooflaschen in den Plastikmüll zu tun. Mein Ziel ist es für 2018 (ich verbrauche gerade noch Restbestände) keine Shampooverpackung in meinen Plastikmüll zu tun.

Ich freue mich auf deine Kommentare und Emails an luise@zeitgeistich.de!
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Bildquelle Titelbild: „Seife“ von Kurverwaltung Meran auf flickr.com

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1 Kommentare

  1. Cool, Danke für die Tipps, Luise! Ich wasche meine Haare seit 8 Jahren mit Shampoobars von Lush (davon brauche ich nur 2 pro Jahr!!) Aber ich wollte mich schon immer nach einer noch ökologischeren Alternative umgucken. Mein selbstgemachtes Kastanienshampoo letztes Jahr hat leider nicht so gut funktioniert 😉

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