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Warum es manchmal der einzige Weg ist, Menschen loszulassen

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Eine liebe Freundin von mir hat mal ein schönes Gleichnis erzählt, welche Rolle Menschen in unseren Leben spielen. Sie sagte „Das Leben ist wie eine Zugfahrt, manche haben ein Langstreckenticket und fahren bis zur Endstation mit, andere bleiben ein paar Stationen und gehen dann wieder und andere hüpfen nur kurz auf den Zug auf und sehr bald auch wieder runter.“ Das fand ich sehr schön und passend. Und dennoch fällt es uns manchmal so schwer, Menschen loszulassen.

Ich für meinen Teil tue mich oft schwer Schwarzfahrern, bei denen ich weiß dass sie eigentlich nur ein Kurzstreckenticket haben, auch ganz bewusst aus meinem Zug zu verbannen. Wir Menschen sind etwas träge und das ich normal. Umso wichtiger wird es mir, bewusst zu entscheiden mit wem ich meine Zeit verbringe. Denn ich Zeiten von Arbeiten gehen, Hund, Familie, Einkaufen, Kochen, Wohnung putzen bleibt nicht mehr so viel Zeit übrig, die ich zur freuen Verfügung habe. Und da habe ich noch nicht mal Kinder, die freie Zeit wird also tendenziell noch sehr viel weniger in den kommenden Jahren.

Menschen die in dein Leben gehören sind die, die dein Licht leuchten lassen und die dir helfen, die beste Version deiner selbst zu sein. Die keine Wettkämpfe eingehen sondern dich voll und ganz so nehmen können wir du nunmal bist. Sie finden nichts an dir komisch oder sonderbar. Gemeinsam unsere Macken und Fehler belächeln zu können ist doch das verbindendste Gefühl auf der Welt.

Woran merkt man, dass Menschen eigentlich schon eine Weile schwarz fahren?

1. Sie tun dir nicht gut

Wenn du dich mit ihnen getroffen hast, fühlst du dich nicht gut. Es gibt Menschen, die einem das Gefühl geben klein zu sein und nicht richtig zu sein, wie man ist. Sie wollen einem – bewusst oder unbewusst – klarmachen, dass es eine Hierarchie gibt in unserer „Freundschaft“. Das kann subtil oder offen passieren. Im schlimmsten Fall verletzen sie dich ganz gezielt. Doch wisse immer eines: DU BIST WUNDERBAR, genau so wie du bist! Nur passen sie eben einfach nicht (mehr) zu dir. Dann ist es an der Zeit, sie gehen zu lassen. In Frieden und ohne Groll, denn ihr seid einfach unterschiedlich und das ist völlig ok. Dadurch ist niemand ein schlechterer Mensch.

2. Du triffst sie aus Pflichtbewusstsein oder Gewohnheit

Es gibt Menschen, die trifft man immer wieder, einfach so. Seit vielen Jahren, mehr oder weniger regelmäßig. Sie gehören so selbstverständlich dazu, dass man ihr „da sein“ eigentlich nicht hinterfragt. Das hat etwas schönes, weil es wenig Energie kostet und oft vertraut ist. Oft sind diese Freundschaften ja auch die schönsten überhaupt.

Doch registrieren wir, wenn sie das mal nicht mehr sind? Wenn sich Menschen im Laufe der Jahre in so unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, dass man sich eigentlich nichts mehr zu sagen hat? Es gibt auch durchaus die Möglichkeit, dass die Vertrautheit ein so schönes Gefühl macht, dass alles andere keine Rolle spielt. Dann behalte ich die Menschen selbstverständlich gerne in meinem Leben. Wichtig ist nur zu registrieren, wenn es einem irgendwann gleichgültig wird und man sich nicht mehr von Herzen darauf freut, den anderen zu sehen.

3. Du triffst sie, weil du nichts besseres zu tun hast und nicht alleine sein willst

Gerade wenn man viel umgezogen ist, ständig in neuen Städten ist und sich immer wieder neu einfinden muss, fehlt das vertraute soziale Netz von zu Hause oft sehr. Rauszugehen und Leute kennenzulernen ist eigentlich der einzige Weg, das zu verändern. Mit viel Glück landet man gleich beim richtigen „Schlag Mensch“, die man von Herzen gern sieht, die einem gut tun, mit denen man Pferde stehlen kann und einfach eine Sprache spricht. Es geht aber auch anders. Und immer dann, wenn die Alternative „alleine sein“ ist, fällt es besonders schwer Menschen gehen zu lassen die einem eigentlich nichts bedeuten. Sie dürfen auch eine Weile eine Rolle spielen in unserem Leben, aber ich glaube es ist wichtig, sich dabei nicht in der Bequemlichkeit fallen zu lassen und das suchen aufzugeben. Suchen nach Menschen, die einfach besser zu einem passen und bei denen man ganz und gar sein kann, wer man ist.

4. Du triffst sie weil sie „cool“ sind und du gerne auch so sein würdest

Dieses Verhalten lernen wir eigentlich schon im Kindergarten, spätestens aber in der Schule. Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir als Erwachsene noch die damals gelernten Muster leben. Es gibt auch im Erwachsenenleben immer noch die „coole Clique“, die das Sagen hat, die Meinung bestimmt und die Anerkennung von anderen bekommen. Es ist verständlich, dass man da dazugehören will.

Das sind für mich allerdings Gruppen, die meistens viel auf dem Ego der einzelnen Mitglieder basieren, selten gibt es echte zwischenmenschliche Verbindungen. Dafür müsste man nämlich wenigstens einen Teil seiner Maske fallen lassen und das ist ja mal so gar nicht cool 😉

Wenn wir Menschen treffen die wir für besser, wertvoller und überhaupt toller halten als uns selbst, tendieren wir dazu, uns entweder abzuwenden und Abstand herzustellen oder uns „dranzuhängen“. Das ist auch ok, denn so haben wir die Chance zu lernen, was es ist was wir an uns noch nicht sehen können. Wo unser Selbstbewusstsein noch ausbaufähig ist. Nutzen wir diese Chance. Dann verstehen wir irgendwann, dass wir es in echten Freundschaften doch oft besser haben.

So what?

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch der in unser Leben tritt, da hingehört. Erstmal. An jedem können wir etwas lernen, wachsen, uns selbst in Selbstliebe üben. Es ist nur wichtig, diese Menschen auch wieder gehen zu lassen wenn du die Lektion gelernt hast die sie dir beibringen sollten.

Irgendein bekannter Mensch hat mal gesagt, du bist immer ungefähr wie der Durchschnitt der 5 Leute, mit denen du am meisten zu tun hast. Also – wähle weise und habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen 🙂

Es ist entscheidend wichtig, mit wem wir uns umgeben. Die Anzahl und die Tiefe der Beziehungen die wir im Leben haben, bestimmen zu einem maßgeblichen Teil wie glücklich wir sind. Dazu ein interessanter Artikel hier: Harvard Studie zum Glück

Wenn du griesgrämige Leute um dich hast, die alles und jeden doof finden und ständig beweisen müssen dass sie die tollsten sind – wirst du dann glücklicher? Für mich ist der Leitsatz immer: Was dich nicht zufriedener, glücklicher, offener oder liebender macht darf aus deinem Leben gehen. Wie immer in Frieden ohne ohne Ärger, aber konsequent. Das bist du wert!

Wer sich noch weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchte dem empfehle ich 2 sehr tolle Bücher von Kurt Tepperwein:

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2 Kommentare

  1. Anonymous sagt

    Danke für den Artikel, der kommt genau zur richtigen Zeit, um zum Nachdenken anzuregen! 🙂

  2. Susan sagt

    Vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Seit über 30 Jahren habe ich ‚beste‘ Freundin. Ihr kann ich alles anvertrauen. Dennoch verletzt mich ihr Verhalten immer wieder. Sobald andere Personen dabei sind, tut sie so als sei ich eine Fremde für sie. Sie verleugnet mich immer wieder. Z.B. lud sie mich zum Kaffee trinken bei ihr zu Hause ein, wir unterhielten uns so lange gut, bis sie einen Telefonanruf von einer anderen Freundin bekam. Zu dieser Anfruferin sagte sie, sie wäre gerade beim Wäsche bügeln und hätte Zeit zum Telefonieren. Ein anderes Mal waren wir auf einer Beerdigung. Ich bekam Kreislaufprobleme und mir wurde sehr schlecht, obwohl ich ihr sagte, wie es mir geht, blieb sie stoisch stehen. Eine andere Person ging mit mir raus, damit ich mich setzen konnte. Meine ‚beste‘ Freundin drehte sich nicht mal nach mir um. Es gibt noch mehr Erlebnisse. Ich habe sie auch schon darauf angesprochen. Daraufhin bemühte sie sich übertrieben um mich (Blumen, Aufmerksamkeiten etc.). Das hielt eine gewisse Zeit, dann war es wie immer.
    Mir bedeutet ihre Freundschaft sehr viel. Andererseits verletzt mich ihr Verhalten.

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