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Jahreszeit(en) genießen – wie uns die Natur durchs Jahr führt

Jahreszeit

Es gibt Menschen, die sagen „Ich hasse den Winter“. Schade, denn das bedeutet dass du einige Monate jedes Jahres mit einer inneren Ablehnung gegen deine Außenwelt verbringst. Hat nicht jede Jahreszeit etwas wunderbares an sich? Und ist es nicht unsere Möglichkeit, das zu entdecken? Das zu genießen, was jetzt gerade ist? Für mich bedeutet das, einfach viermal pro Jahr eine neue Lieblings-Jahreszeit zu haben. Warum das so ist, erzähle ich euch heute.

Immer etwas zu genießen

Jede Jahreszeit hat ihre kleinen „Wunderbarkeiten“. Und jede Jahreszeit hat ihre anstrengenden Seiten. Alles such immer nach Ausgeglichenheit, deswegen kann es ja gar nicht anders sein. Wir können uns nun auf die vielen Menschen konzentrieren, die im Frühling plötzlich die Parks bevölkern und laut sind, auf die viel zu heißen Sommertage, an denen man sich kaum wegen kann und an die endlosen Stunden im Büro, wenn es draußen viel zu schön ist. Wir können und konzentrieren auf das eklige Matschwetter und ständig dreckige Schuhe im Herbst und auf die klirrende Kälte, die eingefrorenen Autoschlösser und morgendliches Scheibe-Kratzen im Winter. Oder wir akzeptieren das, was jede Jahreszeit nunmal mit sich bringt und konzentrieren uns auf das, was es schönes zu entdecken gibt. Dann haben wir immer etwas, worauf wir uns freuen können.

Hier eine kleine Gedankenhilfe für jede Jahreszeit:

Im Frühjahr: Schneeglöckchen finden, den Garten/Balkon neu bepflanzen, die ersten, warmen Sonnenstrahlen wahrnehmen, nicht mehr so dick anziehen müssen, wieder problemlos Fahrrad fahren, Knospen über mehrere Tage beobachten

Im Sommer: Erdbeertorte, mit Buch und Decke im Park liegen, Baden gehen, in den Wald gehen, weil es dort kühler ist, früh morgens den Sonnenaufgang bestaunen, Abend noch lange draußen sitzen, Stadtfeste genießen, Wäsche draußen trocknen lassen

Im Herbst: morgens durch einen bunten und menschenleeren Park/Wald spazieren und die Farbpracht bestaunen, Gummistiefel rausholen und durch Pfützen springen, Regentropfen lauschen, die gleichmäßig auf das Autodach poltern, gerade noch so vor dem Regen nach Hause kommen, viele verschieden bunte Blätter bestaunen

Im Winter: Eisblumen an den Fenstern bestaunen, Schneeballschlacht, Kaminfeuer, Schlitten fahren, eine warme Badewanne nach einem kalten Winterspaziergang, selbst gemachte Pizza (Bikinifigur braucht es ja gerade nicht), Hörbücher hören, Serien schauen, sich auf Weihnachten freuen

Verbindung zur Natur behalten

Wenn wir uns erlauben, immer wieder neu zu entdecken was jede Jahreszeit zu bieten hat ist das eine wundervolle Art, das ganze Jahr mit der Natur in Verbindung zu bleiben. Wie oft denke ich nach einem Nachmittag im Park oder einem Wochenende an der See, wie gut es tut mit der Natur in Verbindung zu sein. Ankommen, geerdet werden, zur Ruhe finden und sich begeistern lassen von den kleinen und großen Wundern.

Im Alltag verlieren wir oft schnell den Blick dafür – hier ein Termin, da schnell die Bahn schaffen, noch fix einkaufen, Kinder abholen und die Wohnung putzen und dann weiter. Und das ist auch zeitweise ok, ich glaube es gehört dazu. Und dennoch erinnern uns die Jahreszeiten immer wieder daran, dass Zeit vergeht. Und daran, wie wir uns immer wieder zurückbesinnen können, wo wir eigentlich herkommen und hingehören. Wir sind als Mensch nunmal Teil der Natur, auch wenn wir das oft nicht spüren.

Im Fluss des Lebens bleiben

Jede Jahreszeit hat nicht nur äußerlich andere „Boten“, sondern auch Botschaften im spirituellen Sinne. Zu jeder Zeit haben wir eine andere Aufgabe, und die Natur erinnert uns daran. Ob wir wollen oder nicht leben wir im Rhythmus der Natur. Sich dagegen zu wehren kostet Kraft.

Das Frühjahr will uns daran erinnern, aus unserem Winterschlaf aufzuwachen. Mit neuer Energie die Welt zu erobern. Wieder neues entstehen zu lassen und unser Leben ganz bewusst und selbst zu gestalten. Neue Hobbys, neue Beziehungen, neue Gewohnheiten – alles fällt jetzt leichter.

Der Sommer unterstützt und beim Genießen. Einfach sein zu dürfen, das Leben zu genießen, kinderleicht und frei zu sein. Alles wächst und gedeiht, so auch wir. Manchmal ist es so heiß, dass wir sowieso nicht arbeiten können – dann lassen wir es halt und machen Mittagsschlaf im Schatten. Leichtigkeit finden ist hier unsere Aufgabe.

Der Herbst ist die Jahreszeit des Loslassens. Wir dürfen alles hinter uns lassen, was wir nicht unbedingt brauchen. Gegenstände, Menschen, Erinnerungen – all die Päckchen die du nicht mehr brauchst darf das alte Jahr behalten. Eine Grundinventur in allen Lebensbereichen quasi. Alles das darf abgeschlossen und gereinigt werden. Platz zu schaffen für Neues und alles von uns zu geben, was Energie kostet ist die Aufgabe im Herbst. Damit wir gut sortiert durch den Winter kommen und keine Energie benötigen für „Beschwerendes“.

Der Winter lässt uns Klarheit finden. Alles was war, wird unter einer weißen Schneedecke bedeckt. Das lässt uns den Kopf frei machen für alles, was kommt. Der Winter ist der „Reset-Knopf“ der Natur, Anfang und Ende gleichermaßen. Wir haben Zeit zu regenerieren, neue Kräfte zu tanken. Unsere Aufmerksamkeit nach innen zu kehren und zur Ruhe kommen, zu reflektieren. Um dann mit neuer Energie wieder von vorne zu beginnen – Jahr für Jahr.

Warum ist es ausgerechnet der Winter, den so viele nicht mögen?

Ich glaube, dass wir in unserer modernen Gesellschaft oft verlernt haben, im Fluss mit der Natur zu sein. Jahreszeiten wahrzunehmen und ihre Aufgaben anzunehmen. Ausgerechnet im Winter führt das zu Herausforderungen.
Wenn uns die Natur den optimalen Raum zur Verfügung stellt um zu uns zu kehren und wir gar nicht wissen, wie das geht, sind wir verunsichert. Es gibt draußen wenig Ablenkung, es ist dunkel und kalt. „Unwirtlich“ finde ich ein schönes Wort dafür, auch wenn das mit einem liebenden Blick auf den Winter natürlich nicht stimmt. Wenn man nun aber nichts mit sich anfangen kann wird es schnell langweilig und leer. Frühling, Sommer und Herbst kann man dann noch prima mit anderen Aktivitäten, Menschen und Ablenkung füllen, im Winter geht das nicht mehr so einfach. Die Natur zwingt uns quasi zu unserem Reflektions-Glück. Wenn wir dieses Geschenk nicht annehmen können, landen wir im Unglück.

Was also tun? Die Zeit nutzen, um zu lernen. Leere und Schmerz aushalten lernen, lernen dass alles vorbei geht und Vertrauen ins Leben haben. Es ist eine gute Zeit, sich beispielsweise mit verschiedenen Büchern, aber auch mit Gesprächen oder Seminaren den Weg zu ebnen, wieder mehr in Einklang zu kommen. Mit den Jahreszeiten, mit seinen Mitmenschen, mit der Welt an sich und natürlich auch mit sich selbst. Und darauf zu vertrauen, dass nichts umsonst passiert. Auch nicht die Phasen im Leben, in denen wir nicht so glücklich sind. Auch die gehen vorbei und machen den Weg frei.

 

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Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

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