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Schon wieder Weihnachten – wie du sinnvolle (minimalistische) Geschenke findest

Geschenke

In meiner Familie und auch im engen Freundeskreis gibt es eine einfache Regel für Geschenke: „Zum Verbrauchen oder Weiterverschenken“. Das bedeutet, entweder es sind Shampoos, Konzertkarten, Kerzen etc. die sich einfach verbrauchen und nicht ein Leben lang aufbewahrt werden müssen. Und wenn es nun doch Gegenstände sind, die sich nicht verbrauchen, hat der Beschenkte immer das Recht, diese Weiterzuverschenken.

Und immer noch finde ich Runden, in denen entschieden wurde sich gar nichts zu schenken sehr entspannt. Aber auch ein ganz, ganz kleines bisschen schade. Geschenke versetzen uns so oft zurück in die Gefühlt und die Aufregung, die wir als Kinder hatten. Und das ist doch so genießenswert!

Warum man sehr wohl Geschenke weiterverschenkten darf (auch wenn die Oma uns was anderes beigebracht hat)

Geschenke sind – wenn sie von Herzen kommen – dazu da, dem anderen Freude zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte, dass der Beschenkte durch meine Überlegungen und Mühen einen Moment der Freude erlebt. Einen Moment der Überraschung und des ganz „da sein“. Ein Gefühl der Zuneigung von mir für ihn, dass durch dieses Geschenk ausgedrückt wird. Im Moment der „feierlichen Übergabe“ ist das auch meistens der Fall.

Als Beispiel nehme ich mal ein Bild, was meine Großeltern mir vor einigen Jahren geschenkt haben. Ich war zu der Zeit in einer Stadt, in der ich mich nicht wohl gefühlt habe und in der ich nie so richtig angekommen bin. Dann habe ich zu Weihnachten eine wundervolle Luftaufnahme von meiner Heimatstadt Leipzig bekommen. Damit ich mich immer erinnere, dass es trotz aller Widrigkeiten einen Ort gibt, an dem ich wirklich zu Hause bin. Ich habe mich sehr gefreut, es ist mir ganz warm ums Herz geworden. Beim „geschenkt bekommen“ und auch jedes Mal, wenn ich darauf geschaut habe. Es hat mich durch eine schwierige Zeit begleitet.

Mittlerweile bin ich allerdings wieder umgezogen, in eine Stadt in der ich mich zusehends auch zu Hause fühle und angekommen bin. Ich wohne mittlerweile in einer ziemlich kleinen Wohnung und irgendwie wollte sich einfach kein passender Platz finden für mein Leipzig-Bild. Leipzig hatte keinen Platz mehr? Das kann nicht sein, das darf nicht sein, ich kann ja nicht meine Heimat und meine Großeltern verraten!!! 😉 Kennst du? Mittlerweile habe ich das Bild verschenkt und jemand anderes freut sich jetzt darüber.

Das Ziel meiner Großeltern war wohl nicht, mir diese Bürde des nunmehr überflüssigen Stücks Leinwand aufzuladen, sondern mir ein Heimatgefühl zu schenken. Es hat seinen Dienst getan und dafür bin ich dankbar – meinen Großeltern und dem Bild. Ich kann also den gleichen Gegenstand nochmal nehmen (insofern passend) und nochmal genauso viel Freude in die Welt bringen, indem er seinen Besitzer wechseln darf. Welchen Zweck auch immer es für ihn erfüllt. Rein wirtschaftlich betrachtet ist das ein Wunder – quasi ohne weitere (finanzielle) Ressourcen einen großen Mehrwert zu generieren 😉

Und dabei finde ich das Argument „das hat dich dann aber gar nichts gekostet“ ziemlich unnötig. Es hat mich Überwindung gekostet und ich habe womöglich viele Jahre darauf aufgepasst und das Ding umsorgt. Das ist wohl mehr, als bezahlbar ist. Und es kommt von Herzen und wurde mit Liebe geschenkt. Das ist ja sowieso das allerwichtigste.

Wie du passende Geschenke findest

1. Zuhören, zuhören, zuhören

Im vergangenen Jahr hat mir eine liebe Freundin eine Wärmflasche und eine ausklappbare Haarbürste mit Spiegel dran geschenkt. Auf den ersten Blick sehr unspektakulär. Und ich war unfassbar gerührt davon.
Schon einige Monate zuvor hatte ich begeistert von besagter Haarbürste erzählt, weil eine andere Freundin die hatte. Und davon, dass mein elektrisches Heizkissen kaputt gegangen ist und ich „klassische“ Wärmflaschen sowieso viel schöner und gemütlicher finde. Gespräche, die man normalerweise genauso schnell vergisst, wie sie geschehen. Sie hat sie nicht vergessen und ich war so gerührt. Das eigentliche Geschenk waren ja nicht mehr die Dinge (die ich beide noch seeeeehr lange behalten werde), sondern die Tatsache, dass sie mir so gut zugehört hatte und so aufmerksam war. Wertschätzung, Achtsamkeit und Zuneigung geschenkt zu bekommen – Wahnsinn! Es kann so einfach sein. Danke Kati!

2. Aus wenig viel machen

Wenn man sich bewusst macht, dass man eigentlich nicht den Gegenstand an sich verschenkt, sondern die Emotionen die damit verbunden sind, können auch Kleinigkeiten unheimlich wertvoll sein. Ja, Gutscheine für den MediaMarkt verschenke ich auch nicht. Aber fürs Kino schon. Oder sonst gemeinsame Unternehmungen. Und ich freue mich auch, diese zu bekommen. Insbesondere wenn derjenige sich noch ein bisschen Gedanken gemacht hat zur Hinfahrt oder zum Essen vorher. Und vor allem, wenn es Plätze sind an denen man vielleicht schonmal zusammen war oder mit denen man etwas verbindet. Ein (selbst gebastelter) Gutschein für das Restaurant, in dem ihr euer erstes Date hattet? Oder der Platz, an dem deine beste Freundin und du mal ein ganz tolles, vertrautes Gespräch hattet? Mit ein bisschen „Geschichte“ drumrum wird so eine Kleinigkeit schnell zu einem ganz besonderen Geschenk.

3. Fragen

Und wenn dir wirklich so gar nichts einfällt kann man notwendigerweise immer noch fragen. Ich finde gefragt werden deutlich schöner, als Unsinn geschenkt zu bekommen. Und wenn man sich etwas Mühe gibt kann man ja auch sehr unauffällig fragen. Was bewegt den anderen gerade? Was macht er nach Feierabend? Zu welchen Themen liegen Zeitschriften rum? Welche Reisen sind in naher Zukunft geplant? Ist irgendwas kaputt gegangen?

Anbei noch einige Ideen, was tolle Geschenke sein könnten:

Natürlich gibt es keinen Blogeintrag über Geschenke ohne ein paar Ideen, was du verschenken könntest 😉 Es gibt eine Menge Dinge, die Menschen eigentlich toll finden, sie häufig aus rationalen oder finanziellen Überlegungen aber doch nicht umsetzen. Sowas sind häufig tolle Geschenke. Nichts, was man sowieso hat oder braucht, aber was dennoch nützlich ist. Aber eben besonderer als normale Alltagsanschaffungen. Schwierig, ne?
Hier eine Liste von einigem, was mir gerade so eingefallen ist:

Marmeladenabo

Bevorzugt für Muttis, Omas oder Freundinnen, die Naschkatzen sind. Hier solltest du dir aber sicher sein, dass der Beschenkte gern Marmelade isst (ich gehöre dazu zum Beispiel eher nicht). Das schöne an Abos ist ja, dass das Geschenk lange nachwirkt. Beispielsweise bei www.daily-marmelade.de können bevorzugte Geschmäcker oder vegane Varianten ausgewählt werden.

Gemeinsame, besondere Reisen

Ebenso wie es Anschaffungen gibt die man sich aus rationalen Gründen nicht gönnt gibt es Reisen, die man aus Vernunft nicht macht. Die Übernachtungen in einem der Baumhäuser in Zentendorf liegen beispielsweise bei 160 – 340€. Das macht man nicht „mal eben“ übers Wochenende. Aber egal ob mit oder ohne Kinder – die Baumhäuser und der dazugehörige 5 Hektar große Abenteuerspielplatz sind es absolut wert! Für Preisbewusste gibt es aber auch einen tollen (und sehr besonderen) Planwagen, der immerhin „schon“ bei 90€ losgeht. Und man kann sich ja in Kosten für Geschenke auch reinteilen.

Ähnlich wie Zentendorf gibt es natürlich viele andere Reisen, die man machen kann. Klettersteige gehen am Gardasee, Übernachtungen auf dem Hausboot oder im Eishotel und so weiter. Von den meisten größeren Städten gibt es mittlerweile auch die „111 Dinge, die du in XY gemacht haben solltest“-Bücher*. Dazu ein Picknick und eine Fahrradtour – fertig ist das persönliche und günstige Geschenk. Es gibt so viel gemeinsam zu erleben 🙂

Zeitschriftenabos (wenn du dir sicher bist)

Zeitschriften gehören ebenfalls zu den Dingen, die Luxusgüter sind. Deswegen finde ich ein Probeabo über 6 Monate oder 1 Jahr prima. Allerdings nur, wenn man sich wirklich sicher ist. Meine Lieblingszeitschrift – ursprünglich ein Geschenk meiner Mutti – ist zum Beispiel die „Herzstück„. Die will ich nicht immer lesen (auch weil ich es einfach nicht schaffe), aber von Zeit zu Zeit ist das sehr schön. Und man(n) kann innerhalb einer Familie natürlich auch gleich noch die Zeit dazu schenken, die es braucht um diese Zeitschrift zu lesen. Einmal im Monat Kinder hüten?

Briefe – ein paar liebevolle, ehrliche Worte

Eine in meinen Augen vergessene Art, anderen Menschen zu zeigen wie wichtig sie einem sind ist das Briefe schreiben. Es ist eine tolle Art, jemanden wirklich eine Freude zu machen. Natürlich nicht nur als Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag, aber es zeigt sich, dass wir es sonst oft einfach nicht machen. Also, Gelegenheit nutzen 🙂 Was schätze ich am anderen? Wofür bin ich dankbar? Was tut mir vielleicht auch leid? Wo hat derjenige mir beigestanden? Und worauf freue ich mich mit dem anderen in meinem Leben?
Bei Partnern machen wir das vielleicht noch von Zeit zu Zeit, aber spätestens bei Eltern oder Freundinnen hört es dann schon auf. Wie schade. Es ist ein so mutiges und offenes Geschenk, einem anderen zu sagen wie wichtig er ist. Und es kostet gar nichts, außer ein paar Gedanken und vielleicht ein bisschen Überwindung!

„Lasst uns uns mal demaskieren, und dann sehen, wir sind die gleichen. Und dann können wir uns ruhig sagen, wie viel wir uns bedeuten.“ – Julia Engelmann

Besondere Kosmetik (auch für Männer 🙂

Auch da – die 5€ Tagescreme oder Zahnpasta kaufen wir uns sowieso. Etwas besonderes, einfach nur zum Wohlfühlen gönnen wir uns dagegen selten. Zeit genug, dem anderen etwas zu schenken, womit er gut für sich sorgen kann. Und am liebsten noch handgemacht, wie zum Beispiel die Badepraline mit Jasminöl von Steffis Hexenküche.

Spiele

Eine schöne Art, gemeinsam Zeit zu verbringen sind Spiele (solange sie bei Nichtgefallen weiterverschenkt werden dürfen). In einigen Familien gibt es die Tradition, sich das „Spiel des Jahres“ zu schenken. Das hat den Vorteil, dass es offenbar einerseits ganz gut ist und andererseits noch relativ neu. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschenkte es schon hat.
Auch ein sehr neues und wie ich finde schönes Spiel für mehr Gemeinsamkeit ist Vertellis*. Dabei stellt man sich gegenseitig Fragen, die man sich sonst im Alltag wohl eher nicht stellen würde.

Bücher (wenn du dir sicher bist)

Ich finde es ja sehr schade, dass Bücher als Geschenk so verschrien sind. Ich glaube, man kann nur Bücher verschenken, wenn man den anderen wirklich, wirklich gut kennt. Und nicht nur um zu wissen, ob er es schon hat 🙂 Und leider wurden Bücher oft als Notlösung missbraucht, wenn sonst keine Ideen da waren. Dann verschenke bitte KEINE Bücher 😀
Es gibt so ein paar Bücher, die eine Mischung sind aus Dauerbrenner und Geheimtipp. Je nachdem, wie dein Gegenüber tickt fallen mir da die folgenden ein (eine Auswahl meiner Lieblingsbücher):

Nichts

Zu guter letzt – es ist sehr ok, sich nichts zu schenken. Wenn beide im Stress sind und eigentlich anderes im Kopf haben, tun wir uns gegenseitig keinen Gefallen. Mit „nichts“ schenken wir uns am Ende nämlich vor allem eins – eine Sorge weniger und etwas mehr Ruhe im Kopf.

So, und nun wünsche ich viel Spaß beim gegenseitig (nicht-)Beschenken 🙂 Was denkst du darüber? Ich freue mich auf deine Meinung – entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
Und wenn du den Artikel magst – spread the love and share the happiness (auf Facebook, G+ oder wo du sonst bist). Ich danke dir von Herzen.

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Titelbild: „Geschenk“ von Gerhard Schuster auf flickr.com

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Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

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