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Das Stapel-Prinzip: wohin mit den übrigen Sachen, wenn man Minimalist wird?

Stapel Waschmaschinen

Auf dem Weg in den Minimalismus gibt es viele Stolpersteine. Einer davon kann sein, dass man nicht weiß, wohin mit seinen Sachen. Dafür möchte ich dir heute einige Anregungen geben, wie man mit einem Stapel-System seine Sachen auch wirklich los wird.

Wenn ich mir zu Hause einen Schrank oder ein Zimmer (erneut) vornehme, überlege ich vorher schon, welche Art Dinge ich ungefähr aussortieren werde. Je nachdem mache ich dann schon „Kategorien“, wohin die Sachen dann gehen dürfen. Die Dinge werden also gleich in Beutel oder Kisten beziehungsweise auf einen Stapel sortiert, je nach ihrer Bestimmung. Es ist also im Moment der Entscheidung „du darfst gehen“ schon klar, wohin es gehen wird. Das macht die Umsetzung einfacher und mich weniger rückfällig :D.

Schritt 1: Dinge kategorisieren in „wertvoll“ und „nicht so wertvoll“

Mittlerweile habe ich so viele Dinge weggeben, dass ich immer weniger Lust habe, viel Energie in den Verkauf zu investieren. Das mache ich nur noch oberhalb der 10€-Grenze. Alles andere wird kostenfrei weggeben. Das kann natürlich jeder selbst entscheiden, wo diese Grenze liegt. Aber es sollte eine geben.

Je nachdem, wo diese Grenze bei dir liegt, kannst du dann die Dinge auf die verschiedenen Stapel sortieren. Ich mache es meistens so, dass ich mir „Ramba-Zamba-Wochenenden“ reserviere, an denen es mal wieder einen kompletten Rundumschlag in der Wohnung gibt und mehrere der unten genannten Stapel entstehen. Danach kann ich nach und nach die einzelnen Stapel abarbeiten bzw. wegbringen.

Schritt 2: Stapel machen

1. Der Freunde und Familie-Stapel (bei mir unabhängig vom Wert)

Oft gibt es Dinge, von denen wir glauben, sie könnte noch jemand aus unserem Familien- und Bekanntenkreis brauchen. Beim Wegsortieren ist es deswegen am sinnvollsten, diese Dinge zu sammeln und dann mit einmal alle Menschen anzurufen oder ihnen Bilder zu schicken, ob sie die Dinge eventuell haben wollen. Was übrig bleibt, kann dann gleich auf einen der anderen Stapel wandern.

2. Der Bücher-Stapel (vom „Wertvoll-Stapel“)

Bücher behandle ich immer separat und verkaufe sie meistens bei Momox. Alternativen sind Schulbibliotheken, die allerdings auch schon lange nicht mehr alles nehmen. In vielen Städten gibt es auch offene Bibliothekenschränke auf der Straße, in die man Bücher hineinstellen kann. Dazu gibt es aber einen ganzen separaten Artikel: Wie du deine übrigen Bücher einfach zu Geld machen kannst

Bücher, die niemand mehr haben will können zum Beispiel auf den Verschenken-Stapel oder den Trödelmarkt-Stapel.

3. Spenden-Stapel (vom „nicht so wertvoll Stapel“)

Recht häufig nutze ich das für Kleidung oder Küchenutensilien, die ich nicht mehr brauche. Bei uns in Hannover gibt es ein Sozialkaufhaus, so wie in vielen anderen größeren Städten auch. Wenn du nicht weißt, wohin du spenden kannst schau doch mal hier: https://www.wohindamit.org.

4. Im Internet verkaufen-Stapel (vom „Wertvoll-Stapel“)
Was du auf den „Wertvoll“-Stapel sortiert hast mochtest du wahrscheinlich am liebsten verkaufen. Die Klassiker dafür sind Ebay und Ebay Kleinanzeigen, weniger bekannt aber auch hilfreich sind Kleiderkreisel.de oder Nebenan.de. Für die meisten Städte gibt es auch Kleinanzeigen-Facebook-Gruppen.

5. „Verschenken“-Kiste vors Haus stellen (vom „nicht so wertvoll Stapel“)

Eine bequeme und einfache Art, Dinge schnell wieder zurück in die Welt zu geben ist, sie einfach in einer Kiste vors Haus zu stellen. Je nachdem wo man wohnt mag das zuerst etwas unüblich sein, allerdings kann man ja mit gutem Beispiel vorangehen. Als ich das das erste Mal in einer Gegend gemacht hatte in der das nicht üblich war, haben sogar andere Leute ihre Sachen noch dazugelegt. Einfach eine Umzugskiste nehmen, „zu verschenken“ dranschreiben und los gehts 🙂

6. Trödelmarkt-Stapel (für beides anwendbar)

In den meisten größeren Städten gibt es „professionelle“ Trödler. Die kommen nach Hause und holen deine Kisten ab. Sie finanzieren sich davon ihren Lebensunterhalt, je nach Wert deiner Sachen gibt es da auch noch den ein oder anderen Euro dafür. Einfach mal bei Ebay Kleinanzeigen oder in der Zeitung schauen.

7. Second Hand Stapel (für beides anwendbar)

Normale Second Hand Läden kennt ja sicher jeder, ich habe das mittlerweile auch als gute Methode für mich entdeckt. Es gibt welche, die direkt ankaufen, andere nehmen auf Kommission. Das heißt, sie hängen deine Sachen bei sich in den Laden, du bekommst aber erst Geld, wenn sie verkauft sind. Da hilft im Zweifel nur nachfragen.

Wenn es sein muss oder du sonst keinen Second Hand Laden in deiner Stadt hast, nimmt auch H&M Kleidung entgegen, dafür kann man dann einen Gutschein haben. Allerdings ist H&M für mich der Inbegriff von „Fast Fashion“, also schnell und billig produzierter Kleidung auf Kosten der Umwelt und der Erzeugerländer. Deswegen mache ich das nicht und spende die Sachen dann lieber. Aber – ginge auch und ist ja eine persönliche Entscheidung.

8. Mülltonnen-Stapel 🙂 für alles, was übrig bleibt

Der allerwichtigste Stapel überhaupt. Ausgetragene Klamotten, Dinge die Kaputt und schwer oder gar nicht zu reparieren sind oder die, die auch kostenlos wirklich überhaupt niemand mehr haben will… ab dafür in die Mülltonne.

Ich glaube, wichtig ist, dass man sich beim Ausmisten nicht in Perfektionismus verliert und alles noch verkaufen oder möglichst gut unterbringen will. 80/20 ist hier angesagt! Vor allem am Anfang, sonst wird man ja nie fertig. Umweltschutz in allen Ehren, aber wenn es anfängt ein Stressfaktor zu werden, wie man die Dinge loswird, läuft was falsch. Minimalismus hat für mich viel mit Seelenfrieden und Ruhe im Kopf zu tun, da muss im Zweifel auch mal ein Plastiknäpfchen dran glauben, was keinen Deckel mehr hat.

Schritt 3: Stapel konsequent umsetzen!

Und damit sind wir auch schon beim letzten und wichtigsten Punkt. Wirklich machen! Ich habe Freunde, bei denen steht der „Spenden“-Stapel nach dem Ausmisten noch für ein halbes Jahr im Wohnzimmer. Das ist natürlich nicht sinn der Sache, weil es das Chaos und das „zu viel“ einfach nur umsortiert, aber nicht wirklich befreit.

Am Besten ist es, du schreibst dir an jeden Stapel ein Datum, bis wann du es weggebracht, verkauft und erledigt haben willst. Und was dann nicht weg ist geht konsequent in die Verschenken-Kiste vor’s Haus oder auf den Mülltonnen-Stapel 🙂

 

 

Wo gibst du deine Sachen sonst noch hin? Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung, entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
Und wenn du den Artikel magst – spread the love and share the happiness (auf Facebook, Twitter, G+ oder wo du sonst bist). Ich danke dir von Herzen.

Das Bild habe ich in Prag auf einer ganz tollen Ausstellung gemacht, deren Name mit leider entfallen ist (und sie läuft auch nicht mehr). Wenn es jemanden interessiert, bekomme ich das aber raus.

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