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Interview von Laura Seiler mit Neale Donald Walsch auf Deutsch :)

Gespräche mit Gott

Für meine Mutti. Und alle anderen wunderbaren Menschen, die kein Englisch sprechen. Ich wollte einfach gern sicherstellen, dass jeder dieses wahnsinnig tolle Interview genießen kann 🙂

Ein kurzes Intro zu Laura Seiler und Neale Donald Walsch

Laura Malina Seiler ist eine ganz tolle Frau, die den Podcast Happy, holy & confident macht. Das ist mittlerweile der größte Podcast in Deutschland und das obwohl (oder weil?) er sich mit spirituellen Themen befasst. Das macht mich sehr froh, weil es zeigt das wir uns verändern.

Neale Donald Walsch ist mittlerweile 74 Jahre alt und hat bereits über 30 Bücher geschrieben. Sein erfolgreichstes und bekanntestes Werk ist wohl die nun 4-teilige Bücherreihe „Gespräche mit Gott“.

Hier findest du die englische Originalfassung dieses Interviews.

Wenn du das deutsche Interview ausdrucken möchtest, habe ich es hier als PDF für dich:

Wer Gott in Wirklichkeit ist und wie du dich mit ihr verbinden kannst

Und los geht’s.

Wer Gott in Wirklichkeit ist und wie du dich mit ihr verbinden kannst – Interview mit Neale Donald Walsch von Laura Seiler

Laura:

Also, Neale Donald Walsch, ich bin so dankbar dich hier zu haben im Podcast – es ist mir eine große Freude, danke dir so sehr dass du dir die Zeit nimmst! Danke dir und Willkommen beim Podcast!

Neale:

Danke dir. Es ist schön hier zu sein und ich freue mich über die Einladung.

Laura:

Danke dir so sehr. Nun, die meisten Menschen die regelmäßig meinen Podcast hören kennen dich sehr gut, weil dein Buch „Gespräche mit Gott“ eines der Bücher ist, über die ich am meisten gesprochen habe, weil es mein Leben verändert hat als ich es vor vielen Jahren gelesen habe. Es gibt so viele Fragen, auf die ich mich freue sie dir nun stellen zu können.

Als du dieses Buch geschrieben hast – und korrigiere mich, falls ich falsch liege, so habe ich es verstanden – hattest du diese Stimme in dir, die Gott ist. Und du bist in einen Dialog mit Gott gegangen, weil du an diesem Punkt in deinem Leben sehr wütend warst auf das Leben. Kann man das so sagen – wütend? Oder wie würdest du diese Situation in deinem Leben beschreiben?

Neale:

Ja, ich war wütend, sogar sehr wütend. Weil ich 50 Jahre alt war und nichts in meinem Leben funktioniert hat. Meine Beziehung mit meiner Lebensgefährtin brach auseinander, meine Karriere war eine Sackgasse und sogar meine Gesundheit hat sich rapide verschlechtert. Und dann war ich noch in einen Autounfall verwickelt, bei dem ich mir das Genick gebrochen habe. Dabei bin ich fast gestorben. Danach bin ich mit einer Halsstütze herumgelaufen um meinem Nacken bei der Heilung zu helfen – für 18 Monate, also anderthalb Jahre. Es ist also einfach alles gleichzeitig den Bach runter gegangen. Weißt du, manche Menschen haben Beziehungsprobleme, aber wenigstens läuft ihre Arbeit gut. Oder sie haben Probleme auf Arbeit, aber wenigstens ist ihre Beziehung nicht die schlechteste. Oder alles läuft eigentlich ganz gut, aber sie haben gesundheitliche Probleme. Aber ich hatte einfach alles zur gleichen Zeit. Meine Beziehung, meine Arbeit und meine Gesundheit. Alles zerbrach zur gleichen Zeit. Und ich habe gedacht, das ist doch nicht fair, ich verstehe das nicht! Warum muss das so sein?

Es kann sein dass du es nicht weißt, oder vielleicht doch – ich habe auf der Straße gelebt für ein Jahr. Nicht für ein paar Wochen sondern für ein ganzes Jahr, bis ich es geschafft habe mich zusammenzureißen und ein winziges Haus gefunden habe, in dem ich leben konnte.

Alles ist schief gelaufen und natürlich war ich sehr wütend auf Gott. Ich hatte mein ganzes Leben lang an Gott geglaubt und daran, dass er mir zur Seite steht. Daran, dass ich einfach nur beten musste und dann schon alles gut wird. Aber es ging eben nichts gut. Die Antwort auf deine Frage ist, ich war sehr, sehr böse.

Laura:

Als du sagtest du hast immer an Gott geglaubt vor deinen „Gesprächen mit Gott“ – war es eine andere Art von Gott an den du geglaubt hast oder war es der gleiche? War es vorher Gott in einer sehr religiösen Art oder war es schon immer Gott wie du ihn heute beschreibst? Als einen Teil von dir selbst?

Neale:

Nein, war es nicht. Es war Gott auf eine religiöse Art. Ich bin mit der römisch-katholischen Tradition geboren und aufgewachsen. Obwohl ich kein praktizierender Katholik war, habe ich seitdem ich 19 war viele andere Religionen angeschaut. Ich habe die lutherische Religion angeschaut, die methodistische Religion, die prespretarianische Religion, die jüdische Religion, den Islam, den Buddhismus. Ich habe wirklich gesucht, gesucht, gesucht nach etwas, was größer ist als Gott und das für meine Seele Sinn ergibt. Also natürlich – bevor ich die Erfahrung der Gespräche mit Gott hatte habe ich über Gott komplett anders gedacht als danach.

Es hat mein komplettes Leben geändert und das Bild von Gott für mehrere Millionen Menschen auf der Welt.

Laura:

Du hast bisher über 30 Bücher geschrieben, die in so viele Sprachen übersetzt wurden. Du hast praktisch die komplette Welt mit deinen Gesprächen mit Gott inspiriert, was wundervoll ist.

Neale:

Ja, und das obwohl ich das nicht forciert habe. Ich habe diese starke Verbreitung nicht gefördert, aber ich wollte diese Informationen in die Welt geben um die Menschen verstehen zu lassen, dass – wenn Gott etwas sagt, sie es auch so meint. Und was sie in den Gesprächen zu mir gesagt hat war, „dies wird eines Tages ein Buch sein“. Es wurde mir nach einer Weile sehr klar, dass diese Nachricht nicht nur für mich bestimmt war. Sondern dass sie an Millionen von Menschen gerichtet war.

Laura:

Für jeden, der bisher noch nicht dein Buch gelesen hat und sich jetzt fragt, was es bedeutet ein Gespräch mit Gott zu haben – kannst du uns vielleicht mit zurücknehmen in die Zeit, als die Gespräche mit Gott bei dir angefangen haben? Wenn ich mich recht erinnere, hast du einen Brief geschrieben, weil du wütend auf Gott warst und wissen wolltest, warum alles einfach schief geht? Und dann hat Gott geantwortet? Ist das richtig?

Neale:

Ja, was mir gesagt wurde in den Gesprächen mit Gott war, dass Gott mit jedem spricht. Die ganze Zeit. Die Frage ist nicht, zu wem Gott spricht, sondern wer zuhört. Mir wurde sehr klar gemacht, dass die Information die ich von Gott bekam, von jedem empfangen werden kann. Immer. Aber nicht auf dieselbe Weise. Die Menschen haben ihre Interaktionen mit Gott nicht auf genau dieselbe Weise. Für mich kam sie zuerst in der Form einer Stimme außerhalb meines Körpers, die ich im Raum gehört habe und die dann – man könnte sagen – in meinen Geist gedrungen ist. Und sie begann für mich zu klingen wie die Stimme meiner eigenen Gedanken. Ich habe sie die stimmlose Stimme genannt. Die Stimme meiner eigenen Gedanken.

Für manche Menschen kommt sie in der Form von Bildern, für manche in der Form von Gefühlen oder Emotionen, für manche kommt sie ganz offensichtlich in Form eines Zeichens auf einem Plakat, wenn sie um die Ecke fahren und die Antwort auf Ihre Frage haben. Oder es kann der Text eines Liedes sein, das sie im Radio hören während sie über etwas nachdenken, was sie gern lösen würden. Unsere Interaktionen mit Gott finden auf sehr unterschiedliche Weise zu unterschiedlichen Zeiten in unserem Leben statt – in unterschiedlichen Momenten. Aber was ich sagen will ist, dass mir gesagt wurde, Gott spricht zu jedem von uns die ganze Zeit.

In meinem Fall habe ich diesen wütenden Brief auf einen gelben Notizblock geschrieben und eine Stimme gehört hinter meiner rechten Schulter. Und die Stimme hat gesagt: Neale, möchtest du wirklich Antworten auf all diese Fragen? Oder willst du dir nur Luft machen? Willst du es nur loswerden? Ich habe mich umgesehen und es war niemand da. Ich dachte großartig, jetzt bin ich nicht nur wütend sondern auch noch verrückt. Aber innerhalb weniger Momente fühlte ich eine weiche, leichte Freude aufkommen, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich plötzlich angefangen habe zu weinen. So wie wir weinen wenn wir über etwas sehr, sehr glücklich sind. Und dann habe ich die Stimme in meinen Kopf gehört. Ich habe gesagt, ich habe so viele Fragen. So viele Fragen, ich verstehe es einfach nicht. Und Gott hat gesagt: Frag, frag! Ich werde dir Antworten geben. Also habe ich meine Fragen aufgeschrieben und sobald ich das getan hatte kam die Antwort zu mir.

Was ich dann zu tun hatte, war eine Tendenz zu bekämpfen. Ich hatte die Tendenz, nicht zu glauben dass das passieren kann. Also musste ich diesen Glaubenssatz überwinden. Ich habe es dann geschehen lassen, ich habe die Antwort zu mir kommen lassen, dann habe ich die nächste Frage gestellt und wieder kam die Antwort durch meinen gelben Notizblock. Es war, als würde man mir etwas diktieren – ernsthaft. Und im übrigen habe ich Menschen beigebracht, wie das funktioniert. Du kannst auf cwg.org gehen, dort findest du einen Kurs, der dir deine eigenen Gespräche mit Gott ermöglicht.

Laura:

Ich werde das in die Notizen schreiben, dann kann jeder den Link finden und das machen.

Neale:

Ich hoffe es ist .com. Ich glaube es ist .com oder .net oder .org. Irgendwas von diesen Dingern.

Laura:

Ich werde das rausfinden 🙂

Ich glaube du hast gerade etwas gesagt, was sehr interessant ist. Es ist eine Frage, die ich sehr oft habe. Ich glaube jeder von uns hat auf der einen Seite dieses natürliche Gefühl von Glauben, dieses intuitiven Wissens dass wir verbunden sind. Ich glaube, dass das jeder in sich trägt.

Neale:

Ja, das ist zellulär veranlagt. Wir haben das in unseren Zellen.

Laura:

Richtig, das sehe ich auch so. Und die Sache ist, was du auch gerade gesagt hast: Auf der anderen Seite ist dieser Zweifel. Da ist diese Stimme – zumindest meiner Erfahrung nach – die sagt, es gibt dafür keinen Beweis. Wie kann ich es wissen? Wie kann ich wissen, ob es sicher ist, daran zu glauben? Darauf zu vertrauen? Was du auch gerade gesagt hast – du musstest diesen Impuls bekämpfen, in dir drin…

Neale:

Diese große Versuchung mir selbst zu sagen, dass nichts davon wirklich passiert. Dass nichts davon wahr ist.

Laura:

Wie hast du – bekämpfen ist vielleicht nicht das richtige Wort – das sein gelassen?

Neale:

Ja, ich musste das aufgeben. Wie ich das gemacht haben war einfach für einen Moment loszulassen von meiner Ungläubigkeit. Ich habe diesen Unglauben unterbrochen.

Wenn du einen guten Film siehst oder eine gute Fernsehsendung, dann weißt du, dass es alles ausgedacht ist. Es ist alles eine Geschichte, die nicht wirklich passiert. Es ist nur eine Geschichte fürs Fernsehen oder für den Film. Aber während du es anschaust, erlaubst du dir diese Ungläubigkeit, diesen Zweifel zeitweise zu unterbrechen. Sodass du richtig in die Geschichte eintauchen kannst und die Nachricht, Information, Emotion wahrnehmen kannst – welche auch immer es sein sollte. Das ist im Grunde, was ich gemacht habe. Ich habe einfach mein Bedürfnis oder die Versuchung, dem Zweifel zu folgen, losgelassen. Was ist, wenn es wahr wäre? Was, wenn? Und so habe ich mein Nicht-Glauben einfach aus dem Weg geräumt – zeitweise. Dadurch habe ich der Information erlaubt, sich zu zeigen. Das war ein großer Türöffner für mich. Denn als die Information zu mir kam, und immer mehr davon…

Dazu musst du wissen, umso mehr Information kam, ums mehr Fragen hatte ich. Also habe ich auch diese Fragen gefragt und noch mehr Antworten bekommen. Und dann habe ich weiter gefragt „Was ist damit? Und damit?“. Ich habe immer weiter gefragt und immer mehr Antworten bekommen. Und irgendwann wurde mir klar, dass die Information, zu der ich Zugang hatte, einfach total Sinn ergeben hat. Sogar für meinen Verstand. Es hat sogar meinen Verstand überzeugt, weil die Antworten so logisch waren. Und so einfach. Und so direkt, dass sie sich sehr wahr angefühlt haben. Und das hat mich letztendlich überzeugt, dass ich gerade Zugang hatte zu dem Wissen und der Klarheit, die in allen von uns wohnt. Und diese Quelle nenne ich Gott.

Laura:

Das ist wunderbar. Da waren so viele wichtige Dinge in dem was du gerade gesagt hast. Zu einer Sache würde ich gern zurückgehen – wie wir den Verstand zeitweise pausieren lassen, damit es jeder versteht. Was du getan hast, ist, einfach für eine Weile loszulassen und dir zu erlauben, dich dieser neuen Information hinzugeben. Ohne zu urteilen, sondern nur indem du dich geöffnet hast.

Neale:

Es ist ein Akt des Wollens. Es ist einfach eine Wahl, die man trifft. Es ist ein Akt des Willens. Es ist Willenskraft. Man sagt sich selbst einfach „ich kann jederzeit zurückgehen“. Zum Urteilen, zum Nicht-Glauben. Nur für einen Moment, vielleicht für eine Stunde oder zwei, oder ein, zwei Tage, einfach jetzt werde ich das kurz beiseite lassen.

Ich nehme dafür gern das Beispiel eines Menschen, der zum Zahnarzt geht. Ich kenne niemanden, der wirklich gerne zum Zahnarzt geht. (Laura: Ich auch nicht). Aber wir müssen alle von Zeit zu Zeit zum Zahnarzt gehen. Als ich ein Kind war, wollte ich da wirklich, wirklich nicht hingehen. Ich habe geweint, wenn ich zum Zahnarzt musste, weil ich wusste dass es für mich kein nettes Erlebnis ist. Aber als ich älter wurde, habe ich die Kunst des einfachen Ergebens gelernt. Ich sagte zu mir: Ok, ich sitze auf dem Zahnarztstuhl, es wird nicht für immer andauern, ich werde es überleben, es wird ok sein. Und ich habe einfach losgelassen von meinem Widerstand. Im Übrigen gibt uns „Gespräche mit Gott“ eine interessante Information darüber. Es sagt uns, dass das, gegen was wir uns wehren, bleibt (What you resist, persists.). Und was du annimmst, was du einfach nur wahnimmst und akzeptierst, kann für dich sehr kraftvoll und sehr real werden. Also habe ich mich von meinem Widerstand gelöst. Ich habe einfach aufgehört mich zu wehren. Das ist nur ein mentaler Prozess. Du hast gefragt, wie ergibt man sich? Einfach, indem man sich dazu entscheidet.

Ich nenne dir ein anderes, einfaches Beispiel. Jeder von uns hat sich schonmal mit jemandem gestritten, außer vielleicht dir. Du hattest natürlich noch nie einen Streit mit irgendjemandem (Laura lacht sehr herzlich). Ich nehme an, dass du wahrscheinlich noch nie einen Streit mit irgendjemandem in deinem Leben hattest. Aber der große Teil von uns, die nicht solche Engel sind wie du, hatte in seinem Leben Streit mit jemandem. Und dabei kommen wir ganz oft an einem Punkt an – in unserem Geist, das müssen wir nicht laut sagen – an dem wir entscheiden: Weißt du was? Ich muss mich darüber nicht mehr streiten. Die andere Person könnte Recht haben, ich muss nicht Recht haben. Was, wenn ich mich einfach ergebe und es loslasse? Damit haben die meisten Menschen schonmal bewiesen, dass wir in der Lage sind, uns zu ergeben. Und wenn du fragst: Wie ergibt man sich? Man macht es einfach! Du triffst einfach eine Entscheidung. Du triffst eine Wahl. Es ist eine Willensentscheidung.

Laura:

Da gebe ich dir absolut Recht. Ich habe nur manchmal den Eindruck, dass es diesen rationalen Geist gibt, der sofort den Beweis haben möchte. Das ist auch das Wunderbare an den „Gesprächen mit Gott“, wo du auch mich überzeugt hast. Es hat in vielen Bereichen gleichzeitig einfach „klick“ gemacht hat. Die Seele, der Körper, der Geist, es hat alles einfach gleichzeitig „klick“ gemacht. Einfach, weil es so logisch ist. Gott gibt die Antwort auf jede Frage, die man irgendwie haben kann. Und dann denkt man „ja, richtig, absolut richtig“. Ich glaube, dass das der Grund ist, warum das Buch so kraftvoll ist, weil es einfach auf jeder Ebene so überzeugend ist. Für mich war es das. Am Ende gab es keine Fragen mehr.

Neale:

Ja, das ist so. Die Menschen fragen mich oft, warum Gott mich ausgewählt hat. Gott hat mich ausgewählt, weil ich der ultimative Skeptiker bin. Ich habe jede erdenkliche Frage gestellt, die nur irgendjemand fragen könnte. Ja, aber was ist damit? Und damit? Und damit? Wie konnte das passieren? Und der Grund, dass sich so viele Menschen von dem Buch angezogen fühlen ist, weil ich die Fragen gefragt habe, die normale Menschen fragen würden. Und so wurde es ein sehr kraftvoller Dialog.

Laura:

Also, wo wir über Gott sprechen. Du hast bereits gesagt, für dich ist Gott die Quelle. Für jeden, der immernoch kritisch ist, vor allem hier in Deutschland, wo Gott ein Wort ist…

Und um ehrlich zu sein: Dein Buch ist mir vor ungefähr 7 Jahren begegnet und ich habe gedacht, dieser Titel, ich weiß ja nicht… verstehst du? Für die folgenden 4 Jahre (!) ist dein Buch immer wieder bei mir aufgetaucht. Bei Freunden, in Buchläden, überall habe ich dieses Buch gesehen. Und eines Tages dachte ich „Na gut, ich gebe auf, ich nehme meinen (kritischen) Geist mal beiseite und lese jetzt einfach dieses Buch.“ Und wie bereits gesagt – es hat mein Leben verändert.

Neale:

Auf Deutsch? Oder auf Englisch? (Und diese Frage stellt er auf Deutsch :))

Laura:

Auf Deutsch. Ich habe es auf Deutsch gelesen. „Gespräche mit Gott“ heißt es auf Deutsch.

Neale:

Ich weiß :).

Laura:

Ich denke, dass Sprache manchmal ein Problem ist. Wir haben ein bestimmtes Bild zu einem Wort. Wie hören ein Wort, und denken bestimmte Dinge darüber. Wie zum Beispiel „Gott“, da ist das sehr stark. Könntest du sagen, wer Gott ist oder wie wir Gott in uns finden? Um diese wundervolle, liebevolle Beziehung zu haben so wie du sie mit Gott hast?

Neale:

Weißt du, Sweetheart (er nennt Laura Seiler Sweetheart! :D). Das erste, was ich sagen möchte ist: Ich werde oft gefragt, warum ich darauf bestanden habe das Wort „Gott“ in den Titel zu nehmen. Viele haben gesagt, das hält die Leute ab. Es hält viele Menschen von dem Buch ab, aus genau dem Grund, den du gerade gesagt hast. Viele Menschen haben alleine mit dem Wort wirklich Schwierigkeiten. Mit dem Bild, dass es in ihnen hervorruft. Aber ich habe gesagt: Das ist eine Möglichkeit für uns, das Wort „Gott“ zu rehabilitieren. Um die Bilder, Gedanken, Energien und Ideen der Menschen zu heilen, die sich nur um dieses Wort drehen. In der Tat war das die erste Einladung, die ich in den Gesprächen mit Gott erhalten habe. Und nicht nur ich – jeder von uns. Die Einladung war einfach nur: verändere das Bild der Welt über Gott. Denn wenn wir unser Bild von Gott verändern, dann haben wir die Möglichkeit, die Welt selbst zu verändern. Unser Verständnis von allem anderen. Von Politik, von Wirtschaft, von Sozialsystemen. Die ganze Art, wie die Welt funktioniert würde sich grundlegend verändern, wenn sich unsere Gedanken zu Gott verändern. Also ist die Einladung und die Möglichkeit hier, das Bild der Welt über Gott zu verändern. Ich habe die Frage vergessen. Was war noch gleich die Frage?

Laura:

Die Frage war, was ist deine Definition von Gott? Wenn du uns die Einladung gibst, unser Bild von Gott zu verändern, und du könntest uns das neue Bild geben – wer ist Gott?

Neale:

Ich beantworte diese Frage immer mit einer Gegenfrage: Wer ist Gott nicht? Es ist unmöglich, Gott zu definieren. Sobald wir Gott definieren, begrenzen wir ihn, einfach nur durch die Natur unserer Worte. Sobald wir versuchen Gott zu definieren, beginnen wir, ihn zu limitieren. Und wir machen Gott viel kleiner, als er wirklich ist. Als ich diese Frage gestellt habe: Wie definiere ich dich? Wer bist du? sagte Gott: Es gibt nichts, was ich nicht bin.

Und dann antwortete Gott auf eine andere Weise: Alles ist eins. Es gibt nur ein Einziges, und alles andere ist ein Teil davon. Es gibt also nur Gott. Es gibt nichts, was nicht Gott ist. Gott ist einfach nur ein Wort, was wir benutzen, um die Essenz zu beschreiben. Die wichtigste Quelle, die pure Energie, die das Leben selbst ist. In allen seinen Manifestationen. Und Gott ist die reinste Form dessen. Ich gebe dir ein Beispiel aus dem menschlichen Leben:

Wir haben in den letzten 15 oder 20 Jahren immer öfter von dieser Sache gehört, die die Medizin Stammzellen nennt. Die Medizin sagt uns heute, dass es sowas wie Stammzellen gibt, die die undifferenzierten Zellen des Lebens selbst sind. Wir tragen sie schon zur Geburt in unserem Körper und unser ganzes Leben lang entstehen sie. Sie sind undifferenziert, das heißt, sie haben noch keine genaue Charakteristik. Und dann, während einer biochemischen Reaktion, werden die Zellen angeregt, sich zu differenzieren. Dadurch werden sie zu Hirnzellen, Herzzellen, Lungenzellen oder irgendeines Teils unseres Körpers. Gott sagte zu mir, erkläre es denn Leuten so: Ich bin die Stammzelle des Universums.

Laura:

Das ist ein wundervolles Bild!

Neale:

Ja! Die undifferenzierte Energie, die sich noch nicht differenziert hat in Form von dir, mir, den wunderschönen Blumen im Garten oder den Sternen im Himmel oder allem anderen, was im physischen Universum existiert.

Laura:

Was würdest du empfehlen? Wenn man sagt, Gott ist in allem was es gibt. Wenn ich dich richtig verstanden habe meintest du, dass, als du „Gespräche mit Gott“ geschrieben hast, Gott nicht außerhalb von dir war, sondern in dir drin. Er war ein Teil von dir. Was – wie du auch gesagt hast – bei jedem von uns so ist. Also – wie können wir uns, auch im Alltag, damit wieder verbinden? Mit dieser Quelle? Und es in uns selbst finden? Hast du Rituale, die du jeden Tag machst? Oder ist es eine Art Gebet, Meditation? Was würdest du sagen ist der beste Weg, sich wieder mit dieser Quelle zu verbinden?

Neale:

Es gibt zwei Wege, von denen ich weiß, dass sie sehr kraftvoll sind.

Weg Nummer Eins wird von jedem spirituellen Lehrer gelehrt den ich kenne, auch früher schon. Der ist ganz einfach, ich kann ihn in einem Wort zusammenfassten: Hör auf! (engl. „stop“ ist ein Wort :))

Hör einfach auf. Denn der Prozess des Verbindens mit dem, was wir Gott nennen, ist ein Prozess in dem wir aus dem Verstand herauskommen. Es ist ein Prozess, in dem wir uns selbst einer neuen Ebene des Bewusstseins öffnen. Und der einfachste, schnellste Weg den ich kenne um das zu tun ist, einfach nur aufzuhören. Ich rate Menschen dabei, vielleicht 6 Mal am Tag etwas zu machen was ich Aufhören-Meditation nenne. Eine Minute am Tag. 6 Mal am Tag. 10 Sekunden jedes Mal. Lass dich selbst 6 Mal am Tag für 10 Sekunden einfach aufhören und tue nichts, außer zu atmen. Widme dich einfach nur für 10 Sekunden deinem Atem. Es ist wirklich sehr kraftvoll. Wenn du es nach Zeitplan machst, ist es nicht ganz so kraftvoll. Aber wenn du es unerwartet machst, abrupt, dich fast damit selbst überraschst, manchmal in der Mitte eines Satzes, manchmal in der Mitte eines Wor… (Stille).

Hör einfach auf.

Für 10 großartige Sekunden. Und atme. Und konzentriere dich auf deinen eigenen Atem. Wenn du das regelmäßig machst, 60 Sekunden am Tag, 6 Mal am Tag, für 6 Wochen, wirst du dich selbst dabei erleben wie du plötzlich deine Realität fühlst, deine Verbindung zum höheren Lebenszweck, den wir Göttlichkeit nennen. Und dann wirst du bemerken, dass du diesen Zustand für mehr als 10 Sekunden möchtest. Was, wenn ich es für 1 Minute mache? Oder 2 Minuten? Oder 3 Minuten? Und dann nach einer Weile – vielleicht einem Monat oder zwei – wird es sich so gut anfühlen dass du denkst „Ich möchte das für 10 Minuten oder 15 Minuten machen.“ Und wenn du nicht aufpasst, wirst du dich dabei erwischen, wie du auf die Art eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde am Tag meditierst. Und dir wird die Zeit nicht fehlen. Von der du dachtest, dass du sie nicht freiräumen kannst. Dir wird die Zeit nicht fehlen, du wirst dein Leben bereichert und erweitert wahrnehmen – mehr als du dir vorstellen kannst. Aber es beginnt mit kleinen Schritten – 10 Sekunden auf einmal. Einfach aufhören. Und das kannst du im übrigen überall machen – wenn du die Straße runterläufst, wenn du in der U-Bahn bist, wenn du im Supermarkt bist, sogar in einer Bank – einfach überall. Niemand muss wissen, was du eigentlich tust. Es sieht aus als würdest du stehen bleiben um über etwas nachzudenken. Du gehst einfach um eine Ecke und hörst einfach auf – für 10 Sekunden. Und es ist Wahnsinn was passiert, wenn du dich selbst dazu trainierst, dich regelmäßig zu verbinden. Aber ich sagte, da sind 2 Wege.

Der zweite Weg von dem ich weiß, ist der Grund für jemand anderen zu sein oder ihm dabei zu helfen, sich wieder zu verbinden. Sei die Quelle dieser Verbindung für jemand anderen. Die Gespräche mit Gott sagten etwas sehr kraftvolles zu mir. Sie sagten Neale, was auch immer du in deinem Leben erleben möchtest – mehr Reichtum, mehr Freude, mehr Gemeinschaft, mehr Geduld, oder mehr Verbindung zu mir, was immer du in deinem Leben möchtest, sei die Quelle für das was du möchtest im Leben von jemand anderem. Es gibt einen Grund, warum das funktioniert. Es funktioniert, denn wenn du die Quelle dessen was du möchtest für jemand anderen bist, ermöglichst du dir selbst das zu erleben, was du dachtest nicht zu haben. Und die macht deinem Geist plötzlich bewusst: Oh, ich hatte das schon die ganze Zeit. Das ist der Grund, warum ich Menschen, die eine stärkere Verbindung zu Gott wollen, rate, genau das jemand anderem beizubringen oder die Quelle für eine tiefere Verbindung für jemand anderen zu sein. Das ist, warum ich Menschen, die mehr (finanzielle) Fülle in ihrem Leben wollen rate, einfach die Straße entlangzulaufen und kleine Münzen oder Scheine an Menschen zu geben, die kein Geld haben. Und stelle sicher, dass niemand braucht, was du glaubst nicht zu haben. Gib es ihnen, und du wirst merken, dass du es schon hattest. Dieser kleine Trick hat das Potential, dein ganzes Leben zu verändern.

Das sind die zwei Wege, die ich Menschen rate um auf Dauer eine tiefere, reichere Verbindung zu haben mit der Göttlichkeit.

Laura:

Danke dir. Es ist so spannend. Als ich dir zugehört habe, habe ich gedacht: Wir Menschen, ich glaube wir verkomplizieren die Dinge. (lacht herzlich)

Neale:

Du DENKST, wir verkomplizieren die Dinge?

Laura:

Ich glaube, es ist eigentlich so einfach. Aber wir denken, das Richtige muss kompliziert sein. Und aus diesem Grund sehen wir manchmal den einfachen und richtigen Weg nicht.

Neale:

Das ist genau der Punkt. Wir sind ja alle Erwachsen hier, das erzähle ich auch meinen Zuhörern. Wir machen das gleiche mit Sex. Wir denken, es ist alles sehr kompliziert. Wir müssen es richtig machen und es muss so und so passieren und es muss ein bestimmtes Ergebnis bringen. Und der schönste Weg um das Wunder und die Großartigkeit von Sexualität zu erleben ist, es einfach geschehen zu lassen. Lass es einfach passieren. Ich komme darauf, weil Sex, in englisch SEX, synergetischer Energieaustausch (engl. Synergetic Energy eXchange), ist worüber wir auch in unserer Beziehung zu Gott sprechen. Es ist einfach nur ein synergetischer Energieaustausch. Und wenn wir verstehen, dass alles was wir tun ist, Energien auszutauschen mit der Energiequelle selbst, wird es plötzlich ein ganz einfacher Prozess.

Laura:

Ich glaube was du gerade gesagt hast ist sehr wesentlich, weil ich den Eindruck habe, dass es ein Gedanke ist, der es sehr kompliziert macht zu verstehen, was Gott wirklich ist. Dieser Gedanke ist, dass wir versucht haben Gott irgendwie menschlich zu machen. Wir haben Gott als etwas so menschliches haben wollen, dass wir ihn in einen Körper gesteckt haben. Zum Beispiel im religiösen Weg, in katholischen Kirchen gibt es dieses Bild von Gott. Und ich denke das hat es erst kompliziert gemacht, zurückzukommen zu dem eigentlichen Konzept von Gott – nämlich dass er alles ist.

Gespräche mit Gott

Neale Donald Walsch, Quelle: mindvalleyacademy.com

Neale:

Weißt du, wie Gott eigentlich aussieht? (Dafür ist es gut zu wissen, wie er selbst aussieht. Deswegen habe ich euch ein Bild beigefügt.) Gott ist eigentlich ein alter Mann mit langen weißen Haaren, einem ordentlichen Mittelscheitel, oft mit einem wundervollen weißen Bart und manchmal trägt er eine Brille (Laura lacht). Hast du sonst noch irgendwelche Fragen meine Liebe?

Laura:

Es freut mich, Sie kennenzulernen und ein Gespräch mit Gott selbst zu haben. Ich hatte nicht erwartet, dass das so zeitig in meinem Leben passieren würde. (lacht) Aber weißt du, was ich meine? Dass es dieses Konzept schwer gemacht hat, weil wir dadurch nicht verstehen, dass es nichts Anfassbares ist?

Neale:

Was Gott zu mir gesagt hat, ist: Ich werde jede Form annehmen, die mich für dich verständlicher, akzeptierbarer und annehmbarer macht. Wenn es dir hilft, von mir das Bild eines alten Mannes mit einem weißen Bart und weißen Haaren zu haben, fein. Wenn es dir hilft, von mir dass Bild einer wunderschönen jungen Dame mit wallendem, schwarzen Haar zu haben, fein. Wenn es dir hilft, von mir das Bild einer puren Energie zu haben, die nicht wie ein menschliches Wesen aussieht, sondern nur eine energetische Kraft von Licht und Liebe ist, fein. Ich werde jede Form annehmen, die dir hilft, die Göttlichkeit selbst anzunehmen, zu akzeptieren und sie zu erleben.

Der wunderbare Teil an Gott ist, dass er ein Wandlungskünstler ist.

Laura:

Das ist wundervoll.

Gab es die eine Antwort die Gott dir gegeben hat, bei der es Klick gemacht hat? Gab es eine Frage oder eine Antwort bei der du dachtest: Wow, jetzt verstehe ich. Gab es etwas, was speziell für dich wichtig war, was du von Gott gehört hast?

Neale:

Absolut. Aber ich werde es dir nicht erzählen, es ist ein großes Geheimnis. (Laura lacht). Ok, ich werde es dir erzählen.

Laura: Niemand anderes wird es erfahren.

Neale:

Ja, natürlich. Ich fragte Gott eine einfache Frage: Warum funktioniert mein Leben nicht? Warum läuft es nicht? Ich verstehe es nicht. Und ich erinnere mich gut an die Antwort, die ich von Gott bekam. Sie lachte sogar ein bisschen. Es war kein Lachen über mich, sondern eher mit mir. Sie sagte Neal, es ist wirklich sehr einfach. Du denkst, in deinem Leben geht es um dich. Und dein Leben hat nichts mit dir zu tun. Dein Leben dreht sich um jeden anderen, dessen Leben du berührst. Und die Art und Weise, in der du es berührst. Wenn du das verstehst, wird sich alles andere finden. Aber solange du dich auf dich fokussierst. Auf dich, auf dich, auf dich, was du denkst was du brauchst, was du glaubst wie du glücklich sein kannst, sogar was du denkst, wie du dich im Leben schlägst, ob du erfolgreich bist oder sowas. Solange du denkst, dein Leben dreht sich um dich, hast du den Punkt nicht verstanden. Und der Punkt, den du nicht verstanden hast, ist, dass du vollständig, ganz und perfekt warst, als du hier angekommen bist. Du musstest nichts tun. Aber ich verstehe, dass du von der Welt anderes gelehrt wurdest. Nun ist deine Chance, die Menschen zu lehren, deren Leben du berührst. Wer sie wirklich sind. Dass auch sie vollständig, ganz und perfekt waren als sie ankamen. Tue das und du wirst die Menschen sich selbst zurückgeben. Und sie wieder ihre eigene Göttlichkeit sehen lassen. Dann wird die Welt transformiert werden.

Ich könnte natürlich mit allem davon falsch liegen. Aber das glaube ich nicht.

Laura:

Ich auch nicht. Und ich denke, dein Leben ist der Beweis würde ich sagen.

Neale:

Da bin ich mir nicht so sicher. Menschen, die mein Leben anschauen könnten meinen, dass ich Wasser predige und Wein trinke. Dass ich mehr darüber spreche als es zu leben. Und ich gebe ihnen Recht. Ich glaube nicht, dass mein Leben so wie es tatsächlich funktioniert, ein gutes Modell für andere wäre. Aber wenn du einfach nur anhörst, was mir gegeben wurde um es zu teilen, könnte das hilfreich sein. Ich stehe vor der größten Herausforderung meines Lebens. Jetzt im Moment. Und diese Herausforderung ist, danach und damit zu leben, was mir gegeben wurde um es zu teilen.

Laura:

Das kann ich mir vorstellen.

Neale:

Ich möchte nicht dass die Leute denken, ich würde das als Bürde erleben. Es ist eine große Freude, in dieses Leben im höchsten Level von Göttlichkeit einzutreten. Die jeder von uns ausdrücken kann, es ist eine große Freude im Leben. Ich habe meiner Familie, meinen Freunden, meinen Lieben genau gesagt, was ich auf meinem Grabstein graviert haben möchte. Ich möchte nur vier Wörter auf englisch an meinem Grabstein: „Now that was fun“ (dt. „Also das hat Spaß gemacht“).

Laura:

(lacht) Das ist ein guter Spruch, ich mag ihn. Nun, ich glaube du bist auf einem guten Weg, denkst du nicht?

Neale:

Ich habe Spaß und es war ein wundervolle, freudvolle Reise. Und ich bin dankbar, sehr dankbar.

Laura:

Wofür bist du im Moment am Meisten dankbar?

Neale:

Abgesehen von Gott in meinem Leben, was die Nummer eins ist – aber das nehme ich mal von der Liste zugunsten der Unterhaltung – meine Frau. Sie ist das eine, gesegnetste Geschenk, was ich jemals vom Leben erhalten habe. Sie hat die Einsamkeit meiner Seele beendet. Viele Menschen können die Einsamkeit deines Geistes beenden. Viele Menschen können die Einsamkeit deines Körpers beenden. Aber nur sehr wenige können die Einsamkeit deiner Seele beenden. Wenn ich mit meiner geliebten Frau zusammen bin, Melinda, die ich M nenne, ist die Einsamkeit meiner Seele aufgelöst. Und ich fühle mich begleitet auf meiner Seelenebene – für das erste Mal in meinem Leben. Wir sind nun seit zehn Jahren zusammen und es waren zehn der gesegnetsten Jahre meines Lebens. Ich bin sehr, sehr dankbar. Und ich sage ihr an jedem einzelnen Tag, wie dankbar ich bin. In diesen Worten… wir alle sagen „Ich liebe dich“ zueinander, aber ich möchte dass sie es in anderen Worten versteht. Was ich jeden Tag zu ihr sage ist, ich bin dankbarer für dich als für irgendetwas anderes in meinem Leben. Ich danke dir. Danke, dass du in meinem Leben bist.

Laura:

Danke, dass du das mit uns teilst. Ich glaube sie ist eine sehr gesegnete Frau, dass sie einen Mann hat der ihr das sagt. Denn ich denke es ist wundervoll diese Verbindung zu haben. Danke fürs teilen.

Ich habe eine weitere Frage zu deinem neuen Buch. Du hast ein neues Buch geschrieben – das Erwachen der Menschheit. In dem Buch geht es darum, wie wir als Planet, als Spezies uns transformieren könnten. Was würdest du sagen, können wir als Individuen tun, um der Spezies zu helfen, zu erwachen?

Neale:

Ja, zuallererst würde ich gerne den etwas genaueren Titel anbringen. Der Buchtitel ist Gespräche mit Gott – Band 4. Das Erwachen der Menschheit ist wirklich der Untertitel. Wenn Menschen nach dem Buch Erwachen der Menschheit suchen, würden sie es nicht finden.

Was die durchschnittliche Person tun kann, ist Selbstauswahl. Das bedeutet, sich selbst auszuwählen. Niemand kommt vorbei und wählt uns aus. Der König kommt nicht vorbei und schlägt uns zum Ritter. Niemand kommt vorbei und zeigt auf uns. Wir müssen uns selbst auswählen, um Vorbilder zu sein. Modelle zu sein. Wie wir die Spezies erwecken können ist, indem wir ein Vorbild sind für die Art zu Denken, zu Reden und zu Handeln. So, wie wir es uns wünschen würden, dass die Menschheit sie annimmt, übernimmt und selbst ausdrückt. Ghandi hat das in sehr einfache Worte gefasst: Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst. Die Gespräche mit Gott sagen das gleiche auf eine andere Art und Weise. Wähle dich aus. Werde ein Vorbild, ein Vertreter. Werde ein Beispiel in allem was du denkst, sagst und tust. Das ist alles, was die großen spirituellen Meister je getan haben. Was Buddha getan hat. Was Jesus jemals getan hat. Was Mutter Theresa jemals getan hat. Was Hildegard von Bingen jemals getan hat. Das ist alles, was all die großen spirituellen Meister – Männer und Frauen – durch alle Jahrhunderte hinweg jemals getan haben. Alles was sie jemals getan haben war zu sagen: Schau, was ich denke, sage und tue. Schau genau hin. Und wenn es dir helfen könnte, fühl dich frei mich zu imitieren.

Die Anpassung der Menschheit über die Jahre war ein sehr langsamer Prozess. Wir haben uns angepasst, aber über einen langen Zeitraum mehrerer Jahrtausende. Das dauerte so lange, weil die Anpassung unserer Spezies ein Prozess genetischer Transformation war. Es war ein biologischer Prozess. In anderen Worten, von einer Generation zur nächsten verändern wir bestimmte genetische Information. Und nach einer Weile – langsam aber sicher – passt die menschliche Rasse sich an. Nun, aufgrund der Evolutionsstufe die wir mittlerweile erreicht haben, haben wir die Möglichkeit eine andere Methode von Weiterentwicklung zu nutzen. Nicht die genetische, biologische Übertragung von Vater zu Sohn und Mutter zu Tochter, Generation zu Generation. Die Weitergabe von Eigenschaften nicht durch Anpassung, sondern durch Nachahmung. Nachahmung wird Anpassung als grundlegenden Prozess unserer Evolution ablösen.

Wenn wir etwas sehen was wir mögen, haben wir jetzt die Möglichkeit es schnell zu imitieren. Das Internet – das Worldwide Web – hat uns diese Möglichkeit gegeben. Wir haben dank des Internets gesehen, wie schnell eine Idee viral gehen kann (das bedeutet, sich schnell verbreiten). Wie schnell eine Idee die nächste große Sache werden kann. Ein Modestil kann sich innerhalb eines Monats weltweit verbreiten. Eine Redewendung, die Menschen anfangen zu benutzen, schleicht sich in unsere Sprache ein – praktisch über Nacht. Wir imitieren Verhalten, das wir für gut befinden. Und wir imitieren es schnell, wir müssen nicht 200 Jahre warten, ehe sich genetische Informationen entwickelt haben. Wir imitieren sie über Nacht. Wir stehen nun am Beginn der größten Möglichkeit, die die Menschheit je gesehen hat. Die Möglichkeit, unsere herausforderndsten und selbstschädigenden Verhaltensweisen zu verändern und das quasi über Nacht. Einfach, indem wir andere nachahmen, die das bereits getan haben. Was wir dafür brauchen ist eine Gruppe von Menschen, die sich bereit erklären, als Vorbild zu dienen für dieses Verhalten. Um zu dieser Gruppe zu gehören, müssen sich die Menschen selbst auswählen. Denn niemand wird dich oder mich auswählen, das müssen wir selbst tun.

Ich habe eine Seite im Internet gestaltet die heißt ihaveselfselected.com. Dort habe ich Ressourcen hinterlegt für Menschen, die diese Rolle angenommen haben, um die Verhaltensweisen mitzubestimmen, die das Schicksal der Menschheit verändern können. Sie finden dort Unterstützung und Materialien, die ihnen dabei helfen sollen dies zu tun.

Um deine Frage zu beantworten, was jeder von uns tun kann, um die Gesellschaft zum Erwachen zu bringen. Uns selbst auswählen um Verhaltensweisen vorzuleben, von denen wir gern hätten dass andere sie imitieren.

Laura:

Wundervoll, danke dir so sehr. Ich habe einige abschließende Fragen, die ich jeden Gast meines Podcasts stelle. Und die Frage ist, stell dir vor… Wie alt möchtest du werden? Wie lange möchtest du in diesem Körper auf dieser Erde leben?

Neale:

Ich habe keine bestimmte Zahl. Weil ich nicht auf ein bestimmtes Ergebnis hinarbeite. Ich möchte auf eine Art und Weise leben, dass jeder Tag der letzte sein könnte und wenn ich meinen Kopf zum letzten Mal niederlege, dann denke ich „Ja. Ja, ich bin so nah wie ich irgendwie konnte an das herangekommen, weswegen ich hier war.“ Und warum ich hier bin ist nichts ganz konkretes, in der Welt des Tuns, sondern ich kam her um etwas zu sein. Ich kam um zu sein. „We are human beings, not human doings“ („be“ heißt „sein“, „do“ heißt „tun“). Ich kam her um so gut ich irgendwie konnte der zu sein, der ich wirklich bin. Eine individualisierte Gottheit. Ein Ausdruck von unendlicher, ewiger und göttlicher Liebe. Habe ich das in meinem Leben erreicht? Nein, natürlich nicht. Aber weiß ich das erste Mal in meinem Leben, dass ich etwas wirklich versucht habe? Ja.

Laura:

Wundervoll, danke dir. Gab es ein Buch was du gelesen hast, was dein Leben verändert hat? So, wie es dein Buch für so viele Millionen Menschen getan hat? Gab es ein Buch, was dich inspiriert hat?

Neale:

Ja und überraschenderweise war das kein sonderlich spirituelles Buch. Eigentlich war es ein Science Fiction Buch. Ich habe es vor vielen Jahren gelesen, vor 35, 40 Jahren. Es war ein Buch, geschrieben von einem Mann namens Robert Heinlein. Das Buch heißt „Fremder in einer fremden Welt“. Es ist Science Fiction Fantasy über jemanden, der vom Mars zur Erde kam. Es war ein Erdling, der auf dem Mars geboren wurde von Eltern, die auf einer Marsmission waren. Es ist Science Fiction Fantasy, aber es ist eine großartige Geschichte. Das Raumschiff landete auf dem Mars, die Eltern bekamen das Kind, aber die Eltern starben. Das Kind wurde von Marsianern aufgezogen. Als der Junge erwachsen war, wurde er unmittelbar wieder zur Erde geschickt. Dadurch hatte er eine komplett andere Idee, worum es im Leben wirklich geht, was der Sinn des Lebens ist und wofür das Leben insgesamt gut ist, als die Erdlinge sie hatten. Die Geschichte geht darum, wie er es geschafft hat sich ins Leben auf der Erde zu integrieren und was er mit seinen Freunden geteilt hat. Es ist eine faszinierende Geschichte und natürlich ist es nur Science Fiction, aber ich war ungefähr 25 oder 29, vielleicht auch 30, als ich es gelesen habe. Ich erinnere mich, dass es mich tief berührt hat. Denn was Robert Heinlein getan hat, war das Instrument von Science Fiction zu nutzen, um eine Nachricht zu überbringen darüber, wie das Leben auf der Erde sein könnte, wenn wir einfach unsere alten Geschichten losließen. Und das ist die Antwort auf deine Frage. Das Buch heißt „Fremder in einer fremden Welt“.

Laura:

Danke dir. Ich werde es auch in die Notizen schreiben. Wo ich mit der Frage hin wollte, wie lange du leben möchtest ist: Stell dir vor, es gab ein technisches Problem. Deine Website existiert nicht mehr, all deine Bücher wurden irgendwie gelöscht, es ist also nichts mehr übrig von deinem Wissen. Ich würde zu dir kommen und dir ein weißes Blatt Papier und einen Stift geben und dich fragen: Auf diesem Papier kannst du drei Dinge niederschreiben, drei deiner Lehren. Wenn nichts anders von deinem Wissen auf diesem Planeten übrig wäre – was würdest du aufschreiben? Was wären deine drei wichtigsten Dinge von denen du möchtest dass die Menschheit sie weiß?

Neale:

Liebe ist alles. (Love is all that matters.)

Dein Leben dreht sich nicht um dich. (Your life is not about you.)

Vertraue Gott. (Trust God.)

Laura:

Danke dir. Danke dir so sehr. Für jeden, der nun dieses Interview gehört hat – wir können wir mit dir in Kontakt kommen? Du hast von den Webseiten erzählt, die ich in die Notizen schreiben werde. Gibt es sonst etwas, wo du die Menschen gern hinleiten möchtest, es zu lesen oder sich anzuschauen?

Neale:

Geht nach innen. „If you do not go within, you go without.“ (dt. „Wenn du nicht nach innen gehst, gehst du ohne.“). Geh nicht ohne das Wissen, das du in dir finden wirst. Das ist die eine Sache, von der ich mir wünschen würde dass die Menschen sie tun. Das wäre, nach innen zu gehen. So oft du kannst. Finde diese 10 Sekunden 6 Mal am Tag. Vielleicht werden es irgendwann 10 Minuten, vielleicht werden es mit der Zeit auch 30 Minuten oder eine Stunde. Mach es zu deiner Gewohnheit, nach innen zu gehen. Dort wirst du den Frieden finden und dieses vorhandene, allumfassende Wissen.

Laura:

Danke dir so sehr. Ich fühle mich so geehrt mit dir zu reden und dass du all dieses wundervolle Wissen mit uns geteilt hast. Ich weiß nicht, wie ich es in Worte fassen soll, aber ich hoffe du kannst meine Wertschätzung wahrnehmen. Danke dir so sehr, dafür dass du diese Verbindung zu Gott in dir hast und uns einen Weg zeigst, wie wir uns auch damit verbinden können. Danke dir so sehr für dieses Interview.

Neale:

Gern geschehen und natürlich haben wir alle diese Verbindung zu Gott in uns. Es ist nicht so, dass ich diese Verbindung zu Gott in mir habe, jeder einzelne Mensch hat diese Verbindung bereits. Du musst nicht versuchen, sie herzustellen oder zu erreichen, du musst nur einfach wählen sie zu nutzen. Wähle, deine Verbindung zu Gott zu nutzen. Hab deine eigenen Gespräche mit Gott, auf welche Weise auch immer er mit dir spricht – und durch dich. Und du wirst dich selbst überraschen.

Laura:

Danke dir.

Und hier findest du nun alle erwähnten Bücher, Links und Co:

Und – nicht Bestandteil dieses Interviews aber auch sehr zu empfehlen – das Buch von Laura Seiler selbst:

Was mich an diesem Interview so bewegt hat

Als ich dieses Interview in Lauras letzter Podcastfolge gehört habe, saß ich gerade im Zug von München nach Berlin. Ich hatte nach ungefähr zwei Dritteln Tränen in den Augen, habe mich im Zug aber zusammengerissen.

Dieses Interview gehört zu den Texten die mir dieses Gefühl geben, dass jeder Mensch richtig ist genau so, wie er ist. Eine wahnsinnige Ruhe und Klarheit hat mich umgeben. Ich darf mir selbst einfach vertrauen, ich weiß das schon alles. Die Weisheit ist da und ich muss mich nicht klein oder komisch oder ungenügend fühlen, nur weil in meinem Alltag die Mehrzahl der Menschen noch nicht den Weg nach Innen gefunden hat. Ich bin richtig. Und für dieses erneute Gefühl unheimlich dankbar.

Wie findest du das Interview? Ich bin gespannt auf deine Meinung, deine Gedanken und Fragen dazu! Entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de.
Und wenn du den Artikel magst – spread the love and share the happiness (auf Facebook, Twitter, G+ oder wo du sonst bist). Ich danke dir von Herzen.

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3 Kommentare

  1. Danke dir von ganzem Herzen für die Übersetzung. Das Interviw hat mich sehr sehr berührt. Laura Seiler ist so wundervoll inspirierend, es ist unglaublich, dass sie mit Neal sprechen konnte. Was für ein Geschenk!

  2. Anonymous sagt

    Liebe Luise, ich habe das Interview auf Englisch schon sehr genossen. Deine Übersetzung hat mich die eine oder andere Stelle noch besser durchdringen lassen. Ich danke dir von Herzen dafür! Liebe Grüße, Uta

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