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Wie es sich anfühlt, wenn das Universum dir den Rücken stärkt

Universum

Heute nehme ich dich einfach nur mit in meinen Alltag und erzähle dir eine kleine Geschichte, die mir heute widerfahren ist. Darüber, wie man niemals wirklich alleine ist. Darüber, wie es sich anfühlt, wenn das Universum dir in einer herausfordernden Situation den Rücken stärkt.

Was war passiert?

Wie es sich für eine kleine Alltagserzählung gehört, war der Ausgangspunkt ein ziemlich unspektakulärer.

Meinem Hund, den ich großartigerweise von Zeit zu Zeit mit zur Arbeit nehmen kann, ging es nicht gut. Ich habe das gemerkt, bin mit ihm nach unten gelaufen, damit er uns nicht ins Büro kotzt. Was man halt so tut als Hundemutti 😀

Leider haben wir es nicht bis ganz nach draußen geschafft. Sein Mageninhalt landete in der Eingangshalle, die wir uns mit einem Kindergarten teilen. Dumm gelaufen, passiert aber eben. Versprochen – es wird gleich weniger eklig 😀 Naja, oder auf andere Weise eklig.

In meinem „Ich muss trotzdem meine Termine und alles auf die Reihe kriegen aaahhh“-Stress bin ich also erstmal dennoch mit ihm raus und habe den Haufen da kurz liegen lassen. Ich wollte vor Allem verhindern, dass gleich ein zweiter Haufen daneben landet.

Arschengel-Alarm…

Ich war noch nicht ganz draußen, da stapfte mir ein Typ hinterher und rief „In 3 Minuten ist das weg!“. Boah… wenn der wüsste, wie wenig ich das gerade brauchen konnte. Er ließ aber nicht locker und prustete weiter auf unfreundlichste Art und Weise. Hier laufen „Kleinstkinder“ lang, wir haben hier ein Hygieneproblem, dann darf der Hund halt das Gebäude nicht mehr betreten – so ein Zeug. Ich merkte doch deutlich Unruhe in mir aufsteigen ob dieses unfreundlichen Gehabes 😀 Und ich vermute mal, die meisten von euch kennen ähnliche Situationen. An dem Typ kann ich bekanntlich nichts ändern, an meiner Reaktion aber schon.

Wenn du Robert Betz‘ Buch „Willst du normal sein oder glücklich“* kennst, weißt du, dass Betz genau solche Menschen als Arschengel bezeichnet. Menschen, die uns mehr oder weniger aus unserer Mitte bringen und uns auch damit etwas lehren. Diese Lehre folgt gleich.

Noch vor etwa einem Jahr wäre ich wahrscheinlich voll darauf eingestiegen, hätte ihn ebenso beschimpft, ihm erklärt dass er sich nicht so haben soll, jetzt doch bitte die Klappe hält, überhaupt ein Idiot ist und so. Mittlerweile weiß ich aber, dass das schöne Mantra „Friede beginnt bei mir“ auch und insbesondere in solchen Situationen ausgesprochen hilfreich ist.

Ich erklärte ihm also, dass ich sein Bedürfnis selbstverständlich nachvollziehen kann und ich mich sobald wie möglich darum kümmere. Ich würde auch wollen, dass der Kindergarten meiner Kinder einen sauberen Eingangsbereich hat. Ich erklärte ihm allerdings auch, dass nunmal Lebewesen – egal ob Hund oder Kind – bei mir immer Vorrang vor einem dreckigen Fußboden haben. Das war mein Bedürfnis. Zumindest 5 Minuten draußen zu verbringen, um sicherzugehen, dass Jack erstmal das Schlimmste hinter sich hat. Und vor Allem bat ich ihn eindringlich, doch einfach etwas netter zu mir zu sein.

Seine Antwort war „dazu habe ich keine Veranlassung“ – huiuiui. Ich verstand ja sein Anliegen, aber kommunikativ war er einfach nicht so stark. Es war wichtiger, mir in entsprechender Lautstärke vorzutragen, dass er ja schließlich der GESCHÄFTSFÜHRER dieses Kindergartens sei. Ich war diesmal kommunikativ allerdings da, wo ich gerne noch viel öfter wäre – bei mir. Ich habe mich nicht in seinen Ego-Trip reinziehen lassen wer jetzt hier Recht oder das Sagen hat, habe mir von ihm weiter einen freundlicheren Ton gewünscht und ihn irgendwann seiner Wege ziehen lassen. Ich habe für mich, meine Werte, mein Menschenbild und meine Kommunikationsstandards eingestanden. Anstrengend war das schon, aber es fühlte sich sehr richtig an.
Und im Nachhinein auch völlig abstrus, dass ausgerechnet jemand der einen Kindergarten leitet, kein Verständnis dafür hat, dass man sich nicht zwischen 5 Dingen zerteilen kann, die gerade gemacht werden müssen.

Unerwartete Hilfe

Naturgemäß bekommen andere Menschen von so einer Diskussion mit, wenn sie im Garten und im Treppenhaus stattfindet. Ich bin dann also nach Ende der Diskussion mitsamt Hund nach oben gegangen (selbstverständlich mit dem Hinweis, dass der Haufen längt weg wäre, wenn er einfach etwas freundlicher gewesen wäre) – um Putzzeug zu holen. Als ich wenige Minuten später wieder herunter kam, war der Haufen schon weg :O… und ich doch sehr überrascht. Eine Frau, die die Diskussion mitbekommen hatte, hat das einfach für mich erledigt. Ein wildfremder Mensch hat Jacks Hundekotze weggeräumt – einfach nur, um mir zu helfen!!! Und ich war so gerührt von dieser unerwarteten Hilfe, dass ich direkt angefangen habe zu weinen :D. Naja, so ist das halt, wenn man hochsensibel ist.

In dieser Hilfestellung war so viel Unterstützung, Verständnis,  Beipflichten und einfach „da sein“ enthalten. Nicht nur für mich in dieser Situation, sondern eben auch für die Werte, die ich da vertreten habe. Und es war für mich die absolute Bestätigung, dass es richtig ist, zu sich und seinen Werten zu stehen. Dafür, nicht den Ego-Trip des Gegenübers mit zu machen, sondern aufrichtig zu sein und nett zu bleiben – so gut es eben geht. Dafür, auch in solchen Momenten die Angst des anderen zu sehen, die ihn zu solchen Verhaltensweisen treibt. Vielleicht war es einfach nur seine Angst, nicht gut genug zu sein und nicht den perfektesten aller Kindergärten zu leiten, die ihn so unfreundlich gemacht hat. Und es hat gar nichts mit mir zu tun. End of Drama.

Was lerne ich daraus?

  1. Es lohnt sich, die Energie zu investieren, um in der eigenen Mitte zu bleiben. Bei sich zu bleiben, ehrlich zu bleiben und seine Kommunikationsstandards nicht aus dem Blick zu verlieren – das ist, worum es geht und woran ich weiter arbeiten möchte. Das war eine gute Übungssituation. Ich glaube, es war eines der ersten Male, dass ich in einer ziemlich stressigen Gesamtsituation genau so reagieren konnte, wie ich es eigentlich können will. Sonst lasse ich mich da oft rausreißen und falle zurück in Ego-Kram. Ich bin also auch ein kleines bisschen stolz auf mich 🙂
  2. Ich bin niemals wirklich alleine. Auch wenn es eine Kleinigkeit war, mir wurde geholfen – und zwar vollkommen selbstverständlich und ohne, dass ich auch nur fragen musste. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten. In dem Moment, in dem ich einfach jemanden brauchte, war auch jemand da. Auch wenn dieser jemand ein Mensch ist, den ich vorher noch nie gesehen hatte und möglicherweise auch nie wieder sehe. Wenn Hilfe nötig ist, dann kümmert sich das Universum drum. Wie beruhigend.
  3. Ich weiß, in welchen Kindergarten ich meine Kinder nicht geben werde 😉 Wenn der Typ mit seinen Erzieherinnen genauso umspringt wenn mal etwas schief geht, dann will ich das nicht unterstützen. Ich habe darüber nachgedacht, den Namen und den Kindergarten öffentlich zu machen. Das ist aber Ego, Rache und sonst so Kram – also nein 😉 Friede beginnt bei mir. Immer. Naja, zumindest immer wenn ich in meiner Mitte bin.

Und eine Anekdote, die mich dann noch sehr zum Schmunzeln brachte: Ich konnte nicht umhin, diesen Typ zu googeln. Und siehe da – er ist neben dem Kindergarten auch „Personal- und Kommunikationstrainer“ :D… ohne Worte.

Was denkst du darüber? Kennst du das Gefühl, was ich hier beschrieben habe? Ging es dir auch schonmal so? Wie reagierst du dann? Ich freue mich auf deine Meinung – entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
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Titelfoto von Tyler Nix auf Unsplash

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