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Wenn Schulsport so gewesen wäre, dann wäre ich wohl hingegangen – #Erfahrungsbericht movenyo

movenyo

Seit einem knappen halben Jahr habe ich das Bewegungsstudio „movenyo“ in Hannover für mich entdeckt und es ist Zeit für einen Testbericht. Wobei es nicht nur um movenyo geht sondern darum, welches Potential in freudvoller Bewegung steckt.

Ich bin ein bekennender Sportmuffel.

In der 11. und 12. Klasse im Gymnasium habe ich mich aufgrund „schweren Asthmas“ (*hust*) vom Sportunterricht befreien lassen – so sehr habe ich es gehasst. Ich war nie gut in irgendeiner Disziplin, meine Lehrerin nur eher optisch eine Frau. Von liebevollem Begleiten keine Spur. Ich hatte Segelohren, die mir hochgradig peinlich waren – im Sportunterricht mussten aber die Haare zusammengebunden werden. Meine Eltern – damals noch unwissend bei diesen Themen – haben auch nicht sonderlich viel Geld in schöne Sportbekleidung gesteckt. „Ist doch nur Sport, dafür geht das T-Shirt doch noch.“ Insbesondere da ich immermal meine Sportsachen im Bus habe liegen lassen und das auch irgendwann ins Geld gegangen wäre.

Ich habe aus der kindlichen und jugendlichen Perspektive so beschämende, peinliche und schlimme Erlebnisse durch mein Nicht-Können, mich hässlich fühlen und dergleichen im Sportunterricht gehabt, dass ich in den folgenden Jahren jegliche sportliche Betätigung vermieden habe, wo es nur ging.

Mein Weg bei und mit Movenyo

Heute gehe ich ein bis zweimal die Woche zu einer sportlichen Betätigung und das sogar gerne und freiwillig. Neben dem Bouldern – was durch eine sehr überlaufene und eher kleine Boulderhalle in Hannover hier echt nicht so schön ist – ist das das erste Mal in meinem Leben so.

Entdeckt habe ich movenyo über einen Groupon-Gutschein und dachte, bei einer überschaubaren Investition könnte ich es ja mal wieder versuchen mit der Bewegung.

Direkt in meiner ersten Stunde hatte ich das Glück, dass Stephie, die Gründerin von movenyo, die Stunde anleitete. Sie sprüht vor Lebensfreude, Freude an Bewegung und hat so eine Mischung aus „Pass gut auf dich auf und tue nur, was dir gut tut“ und gleichzeitig einem „Schau mal, ob du das nicht doch noch kurz probieren magst, auch wenn du eigentlich nicht mehr kannst“. Die Art und Weise, wie sie (und auch die meisten anderen Trainerinnen) auf die Frauen zugeht, ist liebevoll-verständnisvoll und eben gleichzeitig sehr motivierend, indem sie selbst Freude an ihrem eigenen Körper und an Bewegung ausstrahlt. Sie sagt nicht „Mach!“, sondern sie macht es einfach vor.

Dieses entspannte Miteinander führt dazu, dass sich auch Frauen, die sehr weibliche Körperformen haben in die Bewegung trauen – die möglicherweise nicht in ein „normales“ Fitnesstudio gehen würden.

Es sind so viele Kleinigkeiten, die die Zeit bei movenyo angenehm machen. Wenn beispielsweise die Spiegel nicht gebraucht werden für einen Kurs, dann werden sie mit Tüchern abgehangen. So muss man sich nicht selbst die ganze Zeit (versehentlich) beim rumhopsen angucken und kann mehr darauf achten wie sich eine Bewegung anfühlt als wie sie aussieht.

Kursangebot

Das Angebot an Kursen reicht von Mediation und Yoga über sehr tänzerische Kurse und Balett bis hin zur Gracemethode. An ausgewählten Wochenenden gibt es dann noch Workshops zu ganz anderen Themen wie Bourlesque, Mantrasingen & Co.

Die Gracemethode ist eine von Stephie entwickelte Kursform, aus fünf verschiedenen Kursen mit unterschiedlichen Schwerpunkten besteht und die alle mit in der Decke verankerten Therabändern funktionieren. Dadurch hat man zwei Griffe in der Hand und schnell sehr viel mehr Gleichgewicht. Übungen die Spaß machen können so sicherer durchgeführt werden. Gleichzeitig ist natürlich auch viel mehr kreative Bewegung möglich mit dieser Unterstützung. Eines der Ziele jedes Grace-Kurses ist Abwechslung, denn wenn die Teilnehmerin noch darüber nachdenkt, in welche Richtung jetzt welches Bein und welcher Arm geht und wie man das koordiniert bekommt hat man die Bewegung schon 10 Mal ausgeführt bevor es routiniert wird. Der Kopf kann sich dann nicht so viel damit beschäftigen, dass es ja auch anstrengend ist.

Diese Mischung macht movenyo für mich aus – einerseits die Herzlichkeit und das Verständnis der Trainerinnen und andererseits die bunte Mischung an Bewegungsformen und Möglichkeiten, die es nie langweilig werden lässt. Und erschwinglich ist das Ganze auch noch. Vor allem, wenn man hier und da die Weihnachts-, Oster- oder Valentinstagsrabatte abwartet :D.

Preise & Buchungssystem

Die beschriebenen Kurse gibt es bei movenyo auch noch zu sehr erschwinglichen Konditionen wie ich finde. Der Groupon-Gutschein ist natürlich unschlagbar günstig (20€ für 5 Kurse oder 35€ für 10 Kurse), aber davon kann ja langfristig niemand überleben. Es gibt außerdem im movenyo-Buchungsportal die Möglichkeit, eine kostenfreie Schnupperstunde zu buchen.

Der Groupon-Gutschein ist – völlig logisch – pro Person nur einmal einlösbar. Danach kann man entweder wieder Zeitkarten kaufen (also 5er, 10er oder 20er) die effektiv zwischen 12,50€ und 17€ pro Stunde kosten. Oder man bucht gleich eine Mitgliedschaft mit sehr kundenfreundlichen 3 Monaten Kündigungsfrist – für 4 Kurse pro Monat kostet es dann 44€ und ist damit noch günstiger als die 20er Karte.

Ich finde, dass man insbesondere auch an der Preisgestaltung und daran, wie moderat das Team mit Rückfragen dazu umgeht merkt, dass man eben nicht in einem klassischen Fitnessstudio ist. Es geht hier nicht darum, mit Kunden die ohnehin nicht mehr auftauchen Geld zu drucken, sondern etwas Schönes anzubieten wovon dann auch noch einige Menschen – zumindest als eines von mehreren Standbeinen – leben können.

Ebenso moderat funktioniert die Buchung der Kurse. Es gibt ein Online-Buchungstool und sogar eine App, in der die Kurse eingesehen und gebucht werden können – inklusive Wartelisten-Funktion. Bis 8 Stunden vorher kann man die Kurse kostenfrei canceln, was ich auch sehr entspannt finde. Ich versuche trotzdem so langfristig wie möglich zu planen, weil es mich selbst nervt wenn ich am Vorabend noch auf Platz 10 der Warteliste bin und mich dann überraschen lassen muss, ob ich noch nachrücke oder nicht. Meistens allerdings schon und ich buche mittlerweile einfach so zeitig (1-2 Wochen vorher), dass ich das Problem nicht mehr habe.

So what – movenyo

Es sollte einfach in jeder Stadt ein Movenyo geben! Auf meiner Dankbarkeit-Liste die ich mehr oder weniger regelmäßig schreibe, steht Movenyo auch immermal mit drauf. Die Tatsache, dass es sowas doch sehr Außergewöhnliches hier gibt und ich auch noch in 5 Minuten mit dem Rad hingefahren bin macht mich unfassbar dankbar.

Und jeder Mensch, der mal irgendwann Sport unterrichten will, sollte sich von den Trainerinnen bei movenyo ein paar Scheiben abschneiden, wenn es um Motivation und entspannten Umgang mit dem eigenen Nicht-Können geht.

Im Gegensatz zum Sportunterricht gehe ich zu Movenyo ganz und gar für mich. Und zwar nur für mich. Um mir und meinem Körper liebevoll Gutes zu tun.

Was denkst du darüber? Warst du vielleicht schonmal bei Movenyo oder kennst du etwas ähnliches in deiner Stadt? Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung, entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
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Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

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