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#Erfahrungsbericht Vimcar Fahrtenbuch

Vimcar

Vimcar ist ein Unternehmen mit Sitz in Berlin, was vor einigen Jahren schon angefangen hat, eine Lösung für digitale Fahrtenbücher zu entwickeln. Im Rahmen meiner Testreihe über digitale Fahrtenbücher habe ich Vimcar auch getestet und möchte heute meine Erkenntnisse mit dir teilen. Da ich Vimcar nun schon seit mittlerweile 3 oder 4 Jahren nutze kann man schon von einem Langzeit-Test sprechen 😀

Allgemeine Informationen, wozu es Fahrtenbücher braucht, welche Fahrzeuge den notwendigen OBD-Stecker haben und dergleichen kannst du im Hauptartikel nachlesen. Dort sind auch alle anderen getesteten Anbieter in einer Übersicht zusammengefasst.

Einbau & Installation

Der Einbau ist denkbar einfach, mittlerweile weiß ich auch wo die OBD-Schnittstelle an meinem Auto ist. Mit der App, der Originalverpackung und dem OBD-Stecker dauert die Einrichtung nur wenige Minuten. Die Originalverpackung dabeizuhaben ist praktisch, weil ich damals natürlich im Test-Überschwang sofort den Stecker in das Auto gesteckt habe, die App aber im Einrichtungsverlauf die Seriennummer des Steckers wissen möchte. Die steht auf dem Stecker oder eben auf der Verpackung. Als ich mit Vimcar begonnen habe gab es auch noch ein kleines Begleitheft – sogar mit namentlicher Ansprache – in dem die Seriennummer auch vermerkt ist. Ich weiß aber nicht, ob das immer noch so ist.

Ich nutze Vimcar mittlerweile schon mit dem 2. Fahrzeug und auch der „Umzug“ war ganz entspannt. Man kann in der App das eine Fahrtenbuch nach der letzten Fahrt abschließen, den Stecker umstecken und die Einrichtung im neuen Auto ganz normal durchführen. Auch nach diesem Umzug sind die Daten des alten Fahrtenbuchs weiterhin verfügbar. Im übrigen ist die Vertragslaufzeit unabhängig davon, welches Fahrzeug man damit nutzt. Man mietet einen Stecke für eine gewisse Laufzeit. Wer jeden Monat ein neues Auto hat kann grundsätzlich jeden Monat den Stecker in ein anderen Auto stecken und behält seinen Vertrag.

Dabei habe ich nur festgestellt, dass mein T4 kein optimales Auto ist, um eine OBD-Lösung zu nutzen, da der Anschluss einfach wirklich mitten im Weg ist. Es ist eine Kunst ein- und auszusteigen ohne jedes Mal den Stecker abzureißen. Dafür kann aber natürlich Vimcar nichts und dafür wurde ja die Schnittstelle auch einfach ursprünglich nicht entwickelt. Aber man gewöhnt sich ja an alles 🙂 Und zur Not gäbe es Verlängerungskabel* mit flachen Steckern.

Im Gegensatz zu Fleetize habe ich mir die Freiheit genommen, bei Vimcar kein Flottenmanagement zu testen, sondern nur das ganz normale Fahrtenbuch. Es sei aber erwähnt: Vimcar bietet auch ein Flottenmanagement an, zu dem ich mal eine Demo sehen durfte und was einen ziemlich guten Eindruck gemacht hat. Es scheint mir sogar anhand der Website, dass sie sich mehr und mehr darauf fokussieren. Falls das Flottenmanagement für dich relevant ist ist es am einfachsten, du wendest dich direkt an VIMCAR: Link zur Fleet Anfrage. Dort gibt es auch ein 30-Tage-Test-Angebot.

Das Herzstück von Vimcar: Das Fahrtenbuch

Zuerst einmal werden alle Fahrten zuverlässig aufgezeichnet, das ist ja das Wichtigste. Wenn man nicht selbst daran denkt, die Fahrten gleich zuzuordnen, erinnert Vimcar vor Ablauf der 7 Tage Bearbeitungsfrist über die App per Push-Nachricht, auch das ist gut gelöst. So kann man nichts vergessen.

Das Bearbeiten von Fahrten ist wirklich sehr einfach. In einer Übersicht zeigt die App die noch offenen Fahrten an, die man entweder schnell zusammenfassen und dann kategorisieren kann oder eben einzeln bearbeiten. Wie bei den anderen Anbietern auch kann man „zu Hause“ und „Arbeit“ also Orte angeben. Bei Dienstfahrten zu anderen Orten kann man beim Eingeben auswählen, ob dieser Ort gespeichert werden soll, dann wird später Ansprechpartner, Firma und Anlass immer automatisch ausgefüllt.

Im Screenshot rechts sind unten die ausgegrauten Fahrten sichtbar (die in diesem Falle nach Nicht-Bearbeitung meinerseits automatisch „privat“ geworden sind) und oben die Fahrten, die noch zu bearbeiten sind.

Angenehm ist, dass man sowohl am Handy als auch im Portal unter vimcar.de die Fahrten bearbeiten kann. Gerade wenn es viele Fahrten sind ist es schon schön, nicht alles auf dem Handy eintippen zu müssen. Was ich auch sehr nützlich finde ist, dass es zu jeder Fahrt die Grafik gibt, wo der Start- und Zielort angegeben ist. Nur anhandEinzelfahrtansicht der Adresse weiß ich nicht immer gleich, wo ich da nochmal genau war. Mit der Grafik fällt dann aber spätestens der Groschen.

Fahrten ins Ausland sind auch kein Problem. Auf der Website gibt es eine offizielle Liste, in welchen Ländern Vimcar funktioniert. Das ist aber im Grunde fast ganz Europa.

Der Fahrtenbuch-Export

Der Export des Fahrtenbuchs ist auch sehr komfortabel gelöst. Es stehen die Formate csv, Excel, WISO, Haufe und eben PDF für das Finanzamt zur Verfügung. Es können flexibel individuelle Zeiträume angegeben werden, falls bei manchen Unternehmen das Geschäftsjahr nicht gleich Kalenderjahr ist. Auch mehrere Fahrzeuge können in einem PDF zusammengefasst werden.

Weitere Funktionen und durchdachte Kleinigkeiten

Was ich sehr praktisch finde – vor allem wenn mehrere Leute das Auto fahren – ist die Funktion „Fahrzeugsuche“ in der App. Beim Klick darauf öffnet sich direkt Google Maps und zeigt mir den Fußweg zwischen meinem Standort und dem Fahrzeug-Standort an. Sehr praktisch, wenn mein Mann mal wieder irgendwo geparkt hat und ich schon losgegangen bin, aber eigentlich gar nicht weiß wo das Auto steht.

Wenn der Stecker entfernt wird, zum Beispiel in der Werkstatt oder wenn man zu sehr daran hängen bleibt, kann man sich sowohl per Email als auch per Push-Nachricht benachrichtigen lassen. Die Wahl dazu wird in der App getroffen. Beides funktioniert bei mir gut, allerdings immer mit etwas Zeitverzögerung. Bei der Push-Nachricht mal so 3-4 Minuten, bei der Email aber durchaus auch mal eine Viertel Stunde.

Was ich auch ziemlich gut finde ist die Möglichkeit, sich in der App Statistiken anzeigen zu lassen, in welchem individuell einstellbaren Zeitraum man wie viele Kilometer gefahren ist und wie die verteilt waren auf die verschiedenen Kategorien. So hat man als Dienstwagenfahrer immer im Blick, ob man nicht doch schon ganz schön viel privat gefahren ist. Und auch für Urlaubsreisen finde ich das spannend, hinterher nachschauen zu können welche Strecken wir eigentlich gefahren sind. Nicht zuletzt auch, um ggf. Fahrtkosten mit Mitfahrern abzurechnen.

Es gibt außerdem den Reiter „Kosten“ – sowohl im Portal als auch in der App. Den habe ich bisher nicht genutzt, weil die Kosten bei meinem ausschließlich privat genutzten Auto doch sehr übersichtlich sind. Ja, ich nutze Vimcar tatsächlich weil ich so Technik-Krams und Statistiken einfach mag und es praktisch ist, hinterher nachschauen zu können wo wir überall waren :D. Aber auch da – gerade wenn mehrere Leute ein Auto dienstlich nutzen ist es natürlich sehr viel einfacher die Übersicht zu behalten, wenn einfach alle ihre Ausgaben dort eintragen.

Vimcar ist auch einfach wirklich gut in Marketing und hat (ich glaube als erste) einen ganz einfachen aber durchdachten Ersparnis-Rechner etabliert. So kann man sich vor der Entscheidung für das Produkt klar werden, ob und ungefähr wie viel man mit Vimcar im Vergleich zur 1%-Regelung spart: Link zum Steuerersparnis-Rechner von Vimcar

Einen Kritikpunkt gibt es aber doch: Was mich in regelmäßigen Abständen wahnsinnig macht ist die Aufforderung zur Kilometerstand-Eingabe zu völlig unpassenden Zeitpunkten. Dass abgefragt werden muss ist mir völlig klar und macht jeder seriöse Anbieter. Die Frage kommt aber leider immer dann, wenn ich die App öffne und das ist meistens nicht, während ich im Auto sitze, sondern abends zu Hause auf dem Sofa. Da weiß ich dann gerade leider den aktuellen Kilometerstand nicht und muss immer auf „später“ drücken. Notfalls auch 5x hintereinander wenn ich die App mehrfach öffne. Deutlich praktischer wäre es, wenn Vimcar mitbekommen würde wann ich im Auto bin (oder zumindest nicht in meiner Wohnung) und dann einfach per Push-Nachricht fragt, bevor man losfährt (oder nachdem man angekommen ist). Dann könnte ich auch tatsächlich gleich nachgucken.

Preise und Konditionen bei Vimcar

Es gibt die Option über Amazon für 227,05€*, wobei dort im Grunde auch nur ein Jahresabo vertrieben wird, was identisch zum Bezug direkt bei Vimcar ist. Man wird also nicht Eigentümer des Steckers und müsste ihn trotz „Kauf“ über Amazon nach 12 Monaten zurückschicken oder den Vertrag verlängern. Ich muss zugeben, so sehr ich Vimcar mag – man muss schon sehr genau lesen bei Amazon um das mitzubekommen. Und – was die Sache für mich eher noch schwierig macht – Kunden sind nunmal gewohnt, bei Amazon Dinge zu kaufen und nicht Laufzeitverträge abzuschließen. Das könnte man präsenter kommunizieren.

Auf der Website wirbt Vimcar mit 15,90€ pro Monat, wobei das netto ist und die Mehrwertsteuer noch dazu kommt. Für private Endverbraucher sind es dann also 18,92€ im Monat oder eben besagte 227,05€ pro Jahr. Gezahlt werden müssen sowieso immer 12 Monate im Vorhinein, das ist aber bei Fleetize auch so. Die Preise und Konditionen sind insgesamt also durchaus vergleichbar mit Fleetize.

Beim Vimcar gibt es aktuell offenbar keine Möglichkeit mehr, Eigentümer des Steckers zu werden. Das verstehe ich einerseits, auch weil dort eine SIM-Karte drin ist deren Vertragspartner Vimcar selbst ist und sie mutmaßlich wissen wollen, wo ihre SIM-Karten unterwegs sind. Das macht es andererseits aber auch dauerhaft relativ teuer. Fleetize hat mir der Kauf-Option über Amazon wenigstens die Möglichkeit eingeräumt, rechnerisch ab dem 3. Jahr der Nutzung Geld zu sparen, wenn man einmal in den Stecker investiert hat. Und ja, natürlich kann der dann kaputt gehen, aber das Risiko ist schon sehr überschaubar.

Zusammenfassung – VIMCAR

Als Resümee ziehe ich hier ein ähnliches wie im Artikel bei Fleetize: Ich denke für Kunden die nur ein zuverlässiges Fahrtenbuch wollen (ohne durchaus ansehnliches Privatkunden-bling-bling wie bei ryd) oder zusätzlich die Option des Flottenmanagements brauchen fällt die Entscheidung für zuverlässige digitale Fahrtenbücher derzeit zwischen Vimcar und Fleetize. Und ich würde sagen, diese Entscheidung ist tatsächlich einfach Geschmacksache.
Vimcar hat die schickere Benutzeroberfläche, ist insgesamt irgendwie hipper und stylisher und dafür eben auf die Dauer auch ein bisschen teurer. Fleetize ist das deutlich kleinere Unternehmen, dafür flexibler, schneller und vielleicht etwas persönlicher. Dafür muss man eben selbst mehr denken und ausprobieren. Es ist ein bisschen wie die Android(=Fleetize)- oder iOS(=Vimcar)-Diskussion. Und an dieser Stelle darf nun jeder eine eigene Meinung haben ;).

Wenn du nochmal alle getesteten Produkte in der Übersicht sehen möchtest findest du hier den Hauptartikel mit Vergleichstabelle: Digitales Fahrtenbuch & Co. – Wie auch ältere Autos online gehen können.

Was denkst du darüber? Hast du auch schon Erfahrungen mit VIMCAR oder anderen Fahrtenbüchern gemacht? Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung, entweder in den Kommentaren oder an luise@zeitgeistich.de!
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Kategorie: Autos und Internet.

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Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

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