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# Erfahrungsbericht Volkswagen Grand California 600 – unser Wohnmobil während der Elternzeit

Grand California

Unsere Elternzeitreise mit dem Wohnmobil durch Norwegen und Schweden sowie durch Italien haben wir mit einem Volkswagen Grand California 600 gemacht. Auslieferung des Autos war im Mai 2020. Was wir über die Zeit an Vor- und Nachteilen festgestellt haben wollen wir heute mit euch teilen.

Grand California 600
Unser „Karl“ in Borhaug, Südnorwegen

Wir versuchen, von vorne nach hinten einmal mit euch „durchzugehen“. Dabei haben wir den Fokus auf den Wohnmobil-Teil gelegt, nicht auf Fahren (welche der vielen möglichen Assistenzsysteme wir haben ist ja wurscht). Auto fährt sich ziemlich gut, fast wie ein PKW, sagt Christian 😀

In diesem Artikel gehen wir auf den Grand California „Ab Werk“ ein mit einigen Optionen, die wir gewählt oder weggelassen haben. Es gibt einen separaten Zubehör-Artikel mit allem, was wir für unsere Reise noch dazugekauft haben. Davon ist einiges spezifisch für den Grand California, vieles aber auch für andere Wohnmobile verwendbar.

Wir haben alle unsere (relevanten) Optionen angegeben. Die Preise sind alle die damalige UVP, das kann also neu gepreist sein oder Rabatt darauf geben.

Da der Artikel etwas länger geworden ist, gibt es hier eine Übersicht:

Wie kamen wir auf den Grand California 600?

Die kurze Antwort ist: wir arbeiten beide bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Also da, wo auch der konzeptionelle „Geburtsort“ des Grand Cali ist (auch wenn er in Wresnia gebaut wird). Für Luise wäre auch ein günstigeres und etwas älteres Wohnmobil einer anderen Marke ok gewesen, Christian wollte gern den Grand Cali. Zum einen, weil es auch was Schönes hat eines „unserer“ Produkte zu fahren (auch wenn es uns sonst hier und da nicht immer leichtfällt, uns mit unserem Arbeitgeber gänzlich zu identifizieren) und zum anderen, weil Neufahrzeuge nunmal – zumindest theoretisch – die Sicherheit haben, dass damit nix Größeres ist. Insbesondere mit Kind und Hund im Ausland ist das beruhigend.

Vorab: Im Nachhinein betrachtet war das Auto ein echter Glücksgriff. Unter 6 Meter und nicht über 3,5t ist tatsächlich wichtiger, als wir dachten. In Norwegen auch für Fähren und Mautstraßen. Ein festes Bett, was nicht Auf- und Abgebaut werden muss ist mit Baby großartig und die Solarzelle, die bei halbwegs gutem Wetter den Kühlschrank komplett versorgt viel wert. Aber fangen wir von vorne an.

„Volles Programm“ mit Markise & co. – was wir tatsächlich eher selten gemacht haben

Diebstahlschutz – Das Bear Lock

Vorab noch etwas, was nur indirekt eine Option ist, aber doch irgendwie wichtig: unser Bear Lock. Dabei handelt es sich um eine fest eingebaute mechanische Gangschaltungssperre. Also ein Diebstahlschutz.

Den Einbau hat bei uns der VW Vertragshändler für 690€ übernommen. Auf der Bear Lock Website kannst du nachschauen, wer es in deiner Nähe verbaut. Das BearLock wird vorne unter dem Schaltheben (bei uns Automatik) fest verbaut, der sichtbare Teil ist eigentlich nur ein Schloss. Dafür wird tatsächlich die Plastikabdeckung aufgefräst, um das Schloss mit der Gangschaltung zu verbinden. Bei uns blockiert das Bear Lock alle Gänge bis auf den Rückwärtsgang, wenn das Schloss zugeschlossen ist. Es gibt dann also einen separaten (und sehr speziellen) Schlüssel am Autoschlüsselbund, um das Bear Lock aufzuschließen.

Im Alltag funktioniert das dann so, dass man beim Ankommen das Schloss reindrückt und dreht, wodurch es sich verschließt und etwas kürzer wird, das ist also auch sichtbar. Beim wieder losfahren muss man dann vor dem Motorstart erstmal das Bear Lock mit dem Schlüssel lösen, bevor man losfahren kann. Fertig.

Christian hat viel zum Thema Diebstahlschutz recherchiert und es scheint, dass das Bear Lock bisher die einzige wirklich sichere Variante ist. Klar, wenn jemand 2 Tage Zeit hat würde er wahrscheinlich auch das irgendwie rausbekommen, aber eben nicht in einer halben Stunde. Wir würden es in jedem Falle wieder nehmen.

Ein kleines Video von unserem Karl auf den Lofoten

Das „Fahrerhaus“ im Grand California 600

Wie im normalen Crafter. Damit ist eigentlich alles gesagt, oder? 😀

Es gibt jede Menge Ablagen, zwei schwarze Aschenbecher mit Deckel die wir erst zu Hause lassen wollten, die sich aber spätestens in Italien sehr als Münzen-Aufbewahrung bewährt haben, um Parkplätze und Maut damit bezahlen zu können. In Deutschland muss auch an vielen Ver- und Entsorgungsstationen hier und da ein Euro eingeworfen werden. Diese Aschenbecher sind Teil der Raucherausführung.

Was es in vielen VW PKWs auf jeden Fall auch gibt und sich im Grand California als nochmal hilfreicher erwiesen hat ist die Restwärme-Taste. Wenn man eine Weile gefahren ist kann man über diese Taste noch eine ganze Weile die Restwärme des Motors in den Innenraum ableiten. Gerade wenn wir einkaufen gegangen sind und uns vorher noch um Oskar kümmern wollten, war das sehr praktisch, da das Auto sonst relativ schnell auskühlt und wir so nicht die Dieselheizung einschalten mussten.

Optionen im „Fahrerhaus“

An Optionen haben wir im Fahrerhaus folgende:

  • das sogenannte „Ablagenpaket 2“ für (damals) 170€ UVP oder sowas. Wir wussten wir erst gar nicht so richtig, was das eigentlich ist, Stauraum klang aber gut 😀 Wir finden, es lohnt sich durchaus, weil wir dadurch direkt über den Sonnenblenden wertvollen Stauraum bekommen, der auch während der Fahrt für Fahrer und Beifahrer in Griffweite ist.
Ablagenpaket 2 im Grand California 600
  • Die Klimaanlage (Air Care Climatronic für 2791€) – haben wir wenig gebraucht, da wir in eher kühleren Gefilden unterwegs waren. Das nächste Mal würden wir die einfache Klimaanlage, nicht die 2-Zonen-Klimaautomatik nehmen, weil wir glauben, dass das reicht.
    • Dabei handelt es sich nicht um die optionale Klimaanlage für den Wohnmobil-Bereich! Da gibt es nochmal extra eine. Auf die haben wir verzichtet, weil die erstens nur mit Landstrom funktioniert und das hintere Dachfenster über dem Bett zugunsten der Klimaanlage entfallen würde, was wir gerne haben wollten 😀
  • Die Standheizung (Wasser-Zusatzheizung) für 1208€ – die haben wir, weil die Dieselheizung zu irgendeiner Zusatzheizung zwang (warum auch immer). Die haben wir als tatsächlich praktisch empfunden, weil sie hilft, die Frontscheibe vom Beschlagen zu befreien, bevor man losfährt. Da wir eine normale Frontscheibe aus normalem Autoglas haben, beschlägt die relativ schnell sobald Feuchtigkeit im Auto ist (da gibt es optional auch eine wärmeisolierte Frontscheibe, die würden wir das nächste Mal nehmen)
  • Die Raucherausführung für beide Aschenbecher und einen 12V-Stecker vorne in der Mitte für 36€ – dadurch haben wir unsere als Kleingeld-Sammler genutzten Aschenbecher bekommen und den 12V-Stecker vorne in der Mitte. Den brauchen wir tagsüber für den Spannungswandler (um Laptop, Drohne etc zu laden) und nachts um den Gasmelder dort anzustöpseln.

Ein großes Manko hat das Fahrerhaus für uns: der Beifahrersitz quietscht und knarrt, das ist der Wahnsinn. Und das wird auch eher schlimmer als besser. Es ist nicht möglich sich hinzusetzen oder aufzustehen ohne dabei laute Geräusche zu machen. Das ist normalerweise nichts, was wir groß ankreiden würden, aber wenn das Baby einmal schläft… und wegen des Stuhls aufwacht. Grrrrr.

Parkplatz am Rambergstranden, Lofoten. Mit einem hübschen Auto 😀

„Wohnzimmer“ (Rücksitzbank mit Essecke)

Den Tisch haben wir zu Hause gelassen :D. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen passt der sowieso nicht hin wie er eigentlich soll, sobald ein Kindersitz auf der Rücksitzbank steht. Den Kindersitz samt Base jedesmal ausbauen wollten wir auch nicht. Zum anderen ist der für den Tisch vorgesehene Ort während der Fahrt festgezurrt unter der Matratze des Bettes mehr als unpraktisch. Um da wirklich gut ranzukommen müsste man jedesmal das Bettlaken abziehen. Auch das wollten wir nicht. Und es kommt natürlich dazu, dass unser Baby sowieso nicht mit am Tisch sitzt, weil es dafür einfach noch zu klein ist. Deswegen ist es entspannter, wenn einer von uns hinten auf dem Bett isst und der andere auf dem gedrehten Beifahrersitz (oder zu dritt hinten, das wird dann aber eng). Eltern-Pragmatismus also auch ein bisschen.

Whoop! Whoop! Selten, aber manchmal gabs auch ungesund 😀

Das mit dem Tisch geht sicher alles, wenn man Campingplatz-Urlaub macht und 2 Wochen an der gleichen Stelle steht. Aber nicht, wenn man wie wir spätestens jeden zweiten oder dritten Tag fahren will. Das ist beim normalen California und dem Multivan mit den anklappbaren Tischen deutlich besser gelöst (wäre aufgrund des Kindersitzes aber bei uns auch nicht gegangen).

Ansonsten sind im unteren Bereich der Rücksitzbank fast alle Heizungsauslässe im Wohnbereich, was für den Hund sehr schön ist, da so sein Bett beheizt wird 😀 Ein weiterer Heizungsauslass befindet sich im Bad und einer in dem Bereich den wir „hinten unten“ nennen, also im Kofferraum.

Kindersitz auf der Rücksitzbank im Grand California 600

Die Rücksitzbank im Grand California hat ein großes Plus, was anscheinend nicht viele Wohnmobile haben: eine Isofix-Halterung. Dazu muss man allerdings wissen, dass die Rückbank ein bisschen anders ist als in einem normalen PKW. Einen Kindersitz in einen Grand California einzubauen geht, sollte aber (wie eigentlich immer) auf jeden Fall zur Probe eingebaut werden. Wir hatten beispielsweise ein Modell von Cybex im Blick, leider passt die Cybex-Base für diesen Sitz nicht.

Wir haben einen Maxi Cosi Jade* und einen BeSafe iSize Turn* benutzt, mit beiden ging das ganz gut. Unsere Erfahrung mit diesen zwei verschiedenen Kindersitzen im Grand California 600 – mit Bildern – findest du in diesem Artikel.

Die Bank hat fast einen 90 Grad-Winkel. Die Sitzfläche ist also parallel zu Boden, die Rückenlehne fast parallel zur dahinterliegenden senkrechten Badwand. Für mehrere Stunden dort sitzen geht schon, ist aber eng, wenn ein Kindersitz danebensteht. Schlafen ist allerdings schwierig – zumindest für den Erwachsenen neben dem Kindersitz.

Zweites Bett im Dach („Hochbett über Dinette“)

Das Bett oben haben wir auch als Option genommen (2.800€), für den Fall dass wir mal längere Strecken am Stück fahren und Christian richtig ausgeschlafen sein muss. Da unser Sohn Oskar seit Beginn der Reise bis auf sehr wenige Ausnahmen durchgeschlafen hat, war das aber gar nicht notwendig. Einmal haben wir ausprobiert, dass Luise mit Oskar unten schläft und Christian oben. Das ging auch durchaus gut, ist aber einfach viel Räumerei. Das Bett an sich ist schnell rausgezogen, allerdings nutzen wir den Stauraum oben natürlich auch und müssen den erstmal leer räumen. Außerdem ist es gar nicht so einfach, das Bett oben zu beziehen, da einfach nicht viel Platz ist.

Hochbett Grand California
Das obere Bett im „Alltagszustand“ – eingeklappt und als Stauraum genutzt

Dabei ist eine Leiter, die bei eingeklapptem Zustand oben auf dem Bett befestigt ist. Auch die Beleuchtung oben und das vordere Panoramadach scheinen Teil dieser Option zu sein. Das vordere Panoramadach wollten wir auch nicht missen, da kann man nämlich ganz wunderbar Kleidung trocknen, da Querstangen drin sind, die eigentlich vermeiden sollen, dass Kinder aus dem Fenster klettern.

Bei unserem einzigen Versuch der Nutzung des oberen Bettes haben wir festgestellt, dass das ganze Auto ziemlich stark wackelt, wenn sich der „Oben-Schläfer“ auch nur umdreht. Luise hat das im Halbschlaf nicht gleich gecheckt und kurz gedacht, jemand ist von außen am Auto, war aber nur Christian :).

Die Matratze oben scheint etwas härter zu sein als die unten, was insbesondere Luise eher nicht so mag. Da es bei uns aber keine mögliche Konstellation gibt in der Luise oben schläft ist das nicht so schlimm. Wenn wir das Auto länger behalten würden wir hier wahrscheinlich maßgefertigte Bettlaken von BRANDERUP kaufen, dann kann das obere Bett immer bezogen bleiben.

Für Kinder können wir uns das Oben-Schlafen im Grand California aber ziemlich gut vorstellen, dann braucht es eben etwas länger für die Schlafvorbereitungen. Und es gibt oben auch ein Netz als Rausfallschutz, was einen recht soliden Eindruck macht.

Kochen im Grand California 600

Die Küche

Die Küche ist insgesamt ziemlich durchdacht. Was vor allem Luise sehr genießt ist, dass man beim Kochen rausschauen kann, wenn die Tür offen ist (und die Markise nicht aufgestellt ist). Christian kocht hier aber auch ganz gern.

Kochen mit Blick nahe Bronnoysund, Norwegen

Es gibt neben den normalen Dingen wie Spüle und Herd mit 2 Kochplatten einen Auszug links, der nur ungefähr 15 cm breit ist, den wir aber fast täglich genutzt haben. Wenn man kocht ist ein kleines bisschen mehr Arbeitsfläche echt viel wert. Und für denjenigen auf dem gedrehten Beifahrersitz ist das fast ein kleiner Tisch, wenn auch etwas weit weg.

Darüber hinaus gibt es ein ausziehbares Brett, was rechts auf dem Bett aufliegt. Wobei wir das seltener genutzt haben, einfach weil da immer Bettzeug, Wickelzeug oder sonst etwas lag, was man erst hätte wegräumen müssen. Aber praktisch auf jeden Fall auch für große Kochaktionen.

Der Kühlschrank

Der Kühlschrank hat ein Gefrierfach und diverse Fächer, wir finden den super. Das einzige Thema war die Kältesteuerung – Luise mochte kein Eis mehr aus unserem Tiefkühler essen, weil das nicht so richtig tiefgefroren war. Wenn man allerdings die Anlage kälter stellt, gefriert es schon fast an einigen Stellen im Kühlschrank. Ansonsten gibt es hier nichts zu meckern. Es hat eine Weile gedauert bis wir herausgefunden hatten, dass man hohe Flaschen aufrecht ganz vorne im Kühlschrank hinstellen kann (sind sogar extra zwei Kreise auf dem Boden :D). Weiter hinten geht das nicht, weil das obere ausziehbare Regal dann im Weg ist.

Unser voller Kühlschrank im „Alltagslook“ 😀 Nur vom Gefrierfach haben wir kein Bild gemacht.

Töpfe & Geschirr

Unsere Töpfe* passen für Hochkant genau in die untere Schublade und eine Flasche Spüli und Öl noch daneben. Auch das ist – zufällig – ziemlich optimal. Hier ist die Herausforderung, dass die beiden Herdplatten für einen 16cm und einen 22cm Topf vorgesehen sind. Man braucht also zwei relativ kleine Töpfe, wenn man beide Platten benutzen will. Wenn man die Spülabdeckung hoch macht, kann man aber den rechten Topf auch noch etwas nach rechts versetzen.

Geschirr haben wir von Biozoyg, weil wir was ohne Melamin und BPA wollten, was trotzdem hitzebeständig bis 120 Grad ist (Essen ist ja nunmal heiß, wenn es auf den Teller kommt). Das war tatsächlich das Einzige, was wir mit diesen Bedingungen gefunden haben. Mehr dazu gibt’s aber im Zubehör-Artikel.

Technische Fehler…

Was bisschen unpraktisch war, war ein Wackelkontakt in der Wasserpumpe direkt zu Anfang unserer Reise. Da waren wir gerade 3 Wochen unterwegs. Wenn man den Wasserhahn hoch gemacht hat lief sie los (soweit, so richtig), hörte aber beim runterklappen nicht wieder auf. Wir mussten uns einige Zeit damit behelfen, die Leitung in der Serviceklappe unter der Matratze zu trennen, was sehr nervig war. Dann hat Christian irgendwann unterwegs einen 3er-Imbus gekauft, den Wasserhahn geöffnet, ein Stückchen Küchenrolle da reingestopft und seitdem geht es. Das Problem ist, dass Wasser an die Kontakte im Wasserhahn kommt und diese schließt. Genug der Problembeschreibung, das ist bei VW nämlich auch bekannt und wohl im aktuellen Modelljahr auch schon behoben 😀

Extra-Stauraum an der Küche

Was gar nicht mehr direkt zur Küche gehört und für uns trotzdem dazugehört ist der Übergang vom Wohnraum zum Kofferraum. Dort sind normalerweise zwei Bretter drin, die man aber rausnehmen kann. Wir haben nur eins rausgenommen, dadurch fällt nichts nach vorne, man kann aber trotzdem den Stauraum nutzen und kommt an die vorderen Kisten ran. Wir haben also einen Stapel Lebensmittel-Kisten vorne gehabt und direkt dahinter eine etwas größere, in der Stromkabel lagerten und in die wir unsere getragene Wäsche getan haben (um etwas hineinzuwerfen kommt man von vorne gut genug heran).

Lebensmittelkisten, davor der Rausfallschutz, Wetbag für getragene Windeln und der Klapphocker

Welche Kisten genau wir genutzt haben findet ihr im Zubehör-Artikel.

Bad & Dusche

Das Bad im Grand California ist insgesamt sehr praktisch, wobei uns ehrlicherweise der Vergleich zu anderen Wohnmobil-Bädern in der alltäglichen Nutzung fehlt.

Es gibt vier Regale, wobei zwei davon hinter einem Spiegel versteckt werden können. Das ist insofern gut, da dort die Dinge hin können, die beim Duschen nicht nass werden sollen oder während der Fahrt leicht rausfallen könnten.

Ansonsten gibt es das klappbare und ziemlich große Waschbecken, was man zum saubermachen rausnehmen kann. Hier empfiehlt es sich, eine alte Zahnbürste o.ä. dabei zu haben, um das alles richtig sauber zu bekommen.

Der Wasserhahn des Waschbeckens kann rausgezogen und oberhalb des Spiegels aufgehängt werden, um als Dusche zu fungieren. Das haben wir allerdings relativ selten gemacht (also das oben einhängen, nicht das duschen), da bei normalem Duschbetrieb Wasser an der Tür von innen runter und raus läuft, wenn man den Duschkopf oben einhängt. Deswegen haben wir den Duschkopf beim Duschen immer in der Hand gehalten und uns zur anderen Seite gedreht. Und selbst dann war ein Handtuch von außen vor der Badtür hilfreich. Hier scheint es eine ungünstige Konzeption der Dusche gegeben zu haben :D.

Die Toilette von Tethford funktioniert wie sie soll und ist drehbar, um beim Duschen etwas mehr Platz zu haben. Das haben wir allerdings nicht so oft gemacht, weil eigentlich auch so genug Platz ist.

Hier haben wir die Option Soglüftung für 220€. Wir wissen natürlich nicht wie es ohne diesen Sogabzug ist, aber im Normalfall riecht das Bad nicht unangenehm. Wenn die Toilettenkasette sehr voll ist oder gerade gewechselt wird müffelt es ganz ordentlich. Sonst riecht man nix. Diese Option würden wir also wieder nehmen.

Bei uns sind anfangs alle Badregale runtergekommen, das wurde aber mittlerweile durch die Werkstatt behoben und scheint ein bekanntes Thema der 1. Generation zu sein.

Licht im Bad funktioniert über einen Bewegungsmelder. Mit der Lampe im Bad kann man Hogwarts im Winter erleuchten und zwar inklusive des verbotenen Waldes 😀 Außerdem ist der Bewegungsmelder sehr empfindlich und Licht geht durchaus auch mal an, wenn das Auto nur wackelt und gar niemand im Bad ist. Da das insbesondere nachts nervig ist, hat Christian aus einem Stück Schlauch und Gaffa Tape einen Pömpel gebastelt, der genau auf den Bewegungsmelder passt, um den abzudecken. Mit diesem improvisierten Schalter kommen wir gut damit klar.

Pömpel-Lösung im Bad 🙂

Sehr praktisch ist, dass das Bad einen eigenen Heizungsauslass hat. Durch die sehr geringe Grundfläche des Bades und die kleine Dachlucke kann man das Bad gut als Trockenkammer nutzen. Da wir mit Stoffwindeln unterwegs sind kam uns das sehr gelegen. Wenn gutes Wetter ist, kann man natürlich auch hervorragend auf dem Armaturenbrett trocknen.

Wenn euch interessiert, wie Reisen mit Baby und Hund im Grand Cali ist, dann gibt es dafür hier einen eigenen Artikel mit Gedanken, Erfahrungen und Tipps von uns.

Heizung, Warmwasserzubereitung und Gasverbrauch im Grand California 600

Dieselheizung

Wir sind sehr froh, eine Dieselheizung genommen zu haben (1200€)! Die lief bei uns sehr oft, um nicht zu sagen zeitweise durchgängig. In Norwegen war es verhältnismäßig kalt, vor allem umso nördlicher wir kamen. Mit Baby und altem Hund haben wir da keine Kompromisse gemacht und auch nachts durchgängig geheizt. Wenn man nur zu zweit unterwegs ist, ist das sicher nicht erforderlich. In unserem T4 vorher hat vor allem Luise häufig bei 0-10 Grad ohne Heizung geschlafen mit Hund unter der Decke 😀
Bei unserer Variante kann man die Heizung aber auch über Landstrom betreiben, wenn man welchen hat. Der Vorteil beim Strombetrieb ist, dass die Heizung gleichmäßiger und leiser läuft. Wenn sie über Diesel betrieben wird und beispielsweise 19 Grad eingestellt sind, heizt sie immer erst auf 20 Grad hoch, geht dann aus und springt irgendwann bei unter 19 Grad wieder an. Das war für uns schon durchaus spürbar.

Der Dieselverbrauch lag bei einstelligen Außentemperaturen bei ungefähr anderthalb Liter, kostet also – je nach Reiseland – 2€-2,50€. Davon haben wir auch abhängig gemacht ob wir Strom auf dem Campingplatz dazunehmen oder nicht, denn bei gutem Wetter brauchten wir Strom tatsächlich nur für die Heizung (wegen der Solaranlage).

Der große Vorteil gegenüber der Heizung mit Gas ist, dass man Diesel immer und überall bekommt. Das kann bei Gas schwierig sein, da es in jedem Land andere Flaschen und damit andere Anschlüsse gibt. Und nur für Kochen hält die 11kg Flasche ewig. Wir haben ausgerechnet fast ein Jahr – wenn man jeden Tag kocht!

UPDATE: Auf dem Rückweg von Italien hatten wir einmal über Nacht ca. -5 Grad. Wir waren an Landstrom angeschlossen, allerdings hat es die Heizung nur über Strom nicht hinbekommen, das Auto zügig morgens zu erwärmen. Wir mussten kurz auf Diesel umstellen, hochheizen und dann konnte die reine Strom-Heizung die Temperatur halten. Es kann natürlich sein, dass das an der Ampere-Zahl des Campingplatzes lag, aber wir waren mal wieder froh, die Dieselheizung zu haben.

Warmwasserbereitung

Die Warmwasserzubereitung erfolgt im Grand California über Diesel oder Strom. Es gibt einen 10l-Boiler, den man auf 40 oder 60 Grad vorheizen kann, wenn man beispielsweise duschen will. Es dauert dann ca. 15-20 Minuten, bis warmes Wasser zur Verfügung steht. Auch ohne Voreinstellung geht es extrem schnell, dass das Wasser erhitzt wird. Wenn man das Wasser auf „heiß“ stellt dauert es nicht lange, bis auch so warmes Wasser kommt. Das ist beispielsweise beim Abwaschen praktisch. Der Wasserhahn hält die Temperatur aber auf jeden Fall etwas konstanter, wenn das Wasser länger vorgeheizt ist.

Schlafen im Grand California 600 – das „Hauptbett“ hinten

Das Bett ist ständig da und muss nicht auf- und abgebaut werden. Das ist etwas, was wir insbesondere mit Baby sehr zu schätzen wissen, da man mal eben schnell hinten stillen oder wickeln kann.

Es ist mit ca. 92cm relativ hoch, sodass wir uns einen Klapp-Tritt dafür besorgt haben (mit einem festen Tritt geht schnell die Badtür nicht mehr auf). Es geht auch ohne, braucht dann halt ein bisschen Übung und Schwung. Den Tritt kann man aber auch sonst vielfältig verwenden, deswegen würden wir den auch wieder mitnehmen.

Beispielsweise schreibt Luise gerade diesen Teil des Artikels draußen, mit dem Tritt auf dem Tisch, dadurch ist der Laptop in Stehhöhe und Oskar schläft im Tuch.

Wenn euch interessiert was wir sonst noch an „Zubehör“ dabeihatten findet ihr hier einen Artikel, in dem wir das alles gesammelt haben.

Das Bett selbst ist ziemlich bequem. Wir sind 176 cm (Luise) und 186 cm (Christian) und können in dem Bett gut schlafen. Da unser Sohn zwischen uns schläft haben wir uns entschieden, mit dem Kopf in Richtung Küche zu schlafen, weil das Bett auf der Seite etwa 20cm breiter ist und sich in Richtung Bad auf 1,36m verjüngt.

Durch die Tellerfedern liegt es sich für uns beide echt gut. Häufig sind Matratzen ja auf männliche Körper optimiert und vor allem Frauen bekommen dann schnell ein Thema mit Rückenschmerzen. Und: durch die Tellerfeder bewegt sich nicht die gesamte Matratze, wenn man irgendwo reindrückt – das ist praktisch mit Baby, weil man aufstehen kann, ohne dass es wach wird.

Abendroutine – was ist zu tun vorm schlafen gehen?

Weil es zum Thema „Bett“ so gut passt haben wir hier mal noch unsere Abendroutine aufgeschrieben (in fett was jeder machen muss, alles andere ist Hund- und Babyspezifisch):

  • Vorne Matten in die Fenster (wir haben Thermomatten von Project Camper statt der Standard-Gardinen)
  • Gasmelder einstecken
  • Plissees ringsherum zu
  • Abwaschen, wenn es was gibt, damit wir morgens gleich frühstücken können
  • Tagesdecke vom Bett runter (manchmal dabei schlafendes Baby umparken)
  • Trinkflaschen auffüllen für die Nacht
  • Heizung einstellen, ggf. Motor anschalten falls die Batterie die Nacht nicht durchhalten würde, was gerade deutlich nördlich des Polarkreises bisher ca. 5 Mal nötig war
  • Kühlschrank in Nachtmodus (spart Strom und ist leiser)
  • beide ins Bad & Schlafsachen anziehen
  • Wickelzeug auf die Spüle legen, damit Christian im Bett Platz hat
  • Baby Schlafsack anziehen
  • Hund anziehen 
  • Windeln packen für die Nacht
  • Dankbarkeitsübung – wofür bist du heute dankbar?
  • Nachlicht übers Bett hängen
  • Hinlegen, Licht aus 😀

Die Matratze des Bettes hinten ist dreigeteilt. Wenn man das Bettlaken abzieht (oder einzelne Bettlaken für die Matratzen von BRANDRUP hat), kann man den mittleren Teil nach oben klappen, um an den Kofferraum zu kommen. Das haben wir extrem selten gemacht, weil bei uns nunmal das Leben mit Baby auf dem Bett stattfindet und es relativ aufwändig wäre, alles Zeug beiseite zu räumen, Bett abzuziehen und so. Wir sind deswegen bis auf 2 Ausnahmen (strömender Regen) immer durch die Hecktür an den Kofferraum gegangen.

Direkt am Bett befindet sich ein Lichtschalter, der die indirekte Beleuchtung oben dimmt oder gänzlich ausschaltet (die wir auch hauptsächlich benutzt haben).

Außerdem gibt es dort einen Zentralverrieglungsschalter, mit dem man vom Bett aus alle Türen verriegeln kann. Das Entriegeln funktioniert mit diesem Schalter leider nur für die Seitentür. Da sind wir uns nicht sicher ob das so sein soll oder einfach nicht funktioniert.

Schränke & Stauraum im Grand California 600

Schränke über dem Bett

Direkt über dem Bett befinden sich die Schränke. Die sind… naja. Hübsch 😀 Fürs Raumgefühl ist diese Flugzeug-ähnliche Form auf jeden Fall schön . Dinge drin zu verstauen ist gar nicht so einfach, weil in den oberen Fächern eine Art Kabelschacht oder Haltekonstruktion ringsherum läuft, was viel Stauraum nimmt und das Fach ungünstig aufteilt. Die gesamte Tiefe des Fachs ist dadurch nur auf den unteren 5cm gegeben.

Die unteren Fächer haben das nicht, die laufen dafür nach unten schmal zu, sodass man oben die gesamte Tiefe eigentlich nicht nutzen kann, weil die Dinge rausfallen würden.

Oskars Windeln eignen sich hervorragend für die Schränke, die kriegen wir da immer gut rein und es fällt auch nichts raus. Luise hat das Fach hinten quer, was tatsächlich das einzige richtig praktische Fach ist, weil es eben nicht überhängt. Außerdem nutzt sie Wäschenetze, um den Raum gut ausfüllen zu können. Christian hat seine Sachen nicht in Netzen und flucht ziemlich häufig, weil seine Dinge rausfallen 😀

Kofferraum

Der Haupt-Stauraum ist aber ohnehin nicht in diesen Schränken, sondern im Kofferraum. Dort hat man viel großflächigen Platz, für den wir erstmal einen kleinen Plastik-Schrank mit Ausziehfächern und ein paar durchsichtige Boxen besorgt haben. Sonst ist es schwierig, dort Dinge unterzubringen. Wir haben lange recherchiert um welche zu finden, die den Platz möglichst optimal ausnutzen und trotzdem nicht zu schwer & zu teuer sind. Die genauen Links findest du im Zubehör-Artikel.

Lebensmittelinventur in Svenningdal, Norwegen

Auch in dem Fach, in dem die Gasflaschen stehen ist durchaus noch Platz, wenn man mit Diesel heizt. Dann reicht nämlich eine statt zwei 11kg-Gasflaschen vollkommen aus (wir haben ausgerechnet, knapp ein Jahr).

Unsere Route in Norwegen und Schweden sowie viele weitere Bilder findet ihr hier.

Draußen

Ehrlicherweise ist unser Draußen-Bereich meistens eher durch die Picknickdecke oder Yogamatte entstanden, als durch die Zubehöroptionen des Autos.

Standard-Ausstattung

Was ziemlich praktisch ist, ist die Lichtleiste außen, die nachts das Auto sehr hell erleuchtet. Vor allem wenn man viel wild campt und vom Abendspaziergang im Dunklen zurückkommt ist es schön, dort ein Coming-Home-Licht zu haben. Allerdings haben wir noch nicht rausgefunden, wie man die zuverlässig an- und wieder ausschaltet. Auf dem Campingplatz muss das ja nicht unbedingt sein.

Wahnsinnig praktisch finden wir auch die Außendusche, die man hinten bei geöffneter Tür relativ schnell ranmachen kann (der Anschluss ist leicht erreichbar, man muss nur den Schlauch mit Duschkopf anstöpseln). Gerade mit Hund und/oder am Strand ist das außerordentlich praktisch. Der Nachteil dabei ist, dass die Hecktüren die einzige Öffnung des Autos sind, für die es keinen Fliegenschutz gibt. Dort fliegt also alles rein was will, wenn die länger offen steht.

Zum Thema Fliegenschutz: das ist echt gut gelöst. Wie in vielen Wohnmobilen gibt es an jedem Fenster von der einen Seite ein blickdichtes Plissee (was auch fast komplett abdunkelt) und von der anderen Seite ein Fliegengitter. Schön ist, dass es das auch an der Schiebetür gibt. Der Einzige Nachteil ist, dass man die Schiebetür mit ausgefahrenem Fliegengitter nicht schließen kann – oder schon, aber sich ziemlich schnell das Gitter kaputt machen würde. Das ist insofern schwierig, da die Tür nicht immer 100% offen hält sobald man mit einer Steigung steht und dann durchaus mal von alleine zu geht.

Es gibt an der Küche außen eine kleine Klappe, durch die man einen Mini-Tisch ausklappen kann. Die haben wir eher selten benutzt, da sie zu hoch ist, um auf Arbeitshöhe zu sein, wenn man draußen steht. Gemüse schnippeln oder am Laptop arbeiten geht also eher beschwerlich. Als Ablage könnte sie ganz praktisch sein, brauchten wir aber nicht.

Optionen für „draußen“

Wir haben die Option Tisch & Campingstühle (486€), aber eher aus Gründen des Wiederverkaufswerts. Wirklich gebraucht haben wir die mit Baby nicht, da wir meistens mit Oskar auf der Picknickdecke saßen, schlicht weil er da selbstständig rumkullern kann und ihn niemand festhalten muss. Das wäre sicher anders, wenn die mitreisenden Kinder größer sind, wenn man öfter an einem Stellplatz bleibt oder mehr Zeit im wirklich warmen Klima verbringt. In Norwegen und auch in Italien im November ist das oft auch einfach nicht so erstrebenswert, ständig draußen zu sitzen 😀

Außerdem haben wir die Option Markise (999,60€). Hier sind wir unterschiedlicher Meinung, ob es die braucht. Luise würde sie nicht nochmal bestellen, sondern lieber ein Tarp mitnehmen für den Fall der Fälle. Es dauert einen Moment sie aufzubauen, wenn man viel frei steht gehört sich das sowieso nicht und außerdem versperrt sie den Blick aus der „Küche“ ins Freie. Christian würde sie wieder nehmen, auch weil sie das Auto etwas kühler hält, wenn die Sonne direkt darauf scheint. Außerdem kann man dadruch mit den entsprechenden Seiten- und Frontwändern (z.B. original von Thule) den Wohnbereich um ca. 3×2 Meter erweitern. Das ist allerdings finanziell nicht ganz ohne.

In Norwegen braucht man sie aber insgesamt eher nicht, ist eh zu windig und nicht sooo warm. Wenn man sie aufbaut, empfiehlt es sich sie nicht nur mit den vier mitgelieferten Heringen zu fixieren, sondern zusätzlich mit Abspanngurten. Wir haben von erfahrenen Campern Grusel-Geschichten gehört von Markisen, die nach oben abgehoben sind und dabei das Dach demoliert haben…

Außerdem haben wir die Vorbereitung für die Anhängerkupplung (250€), die allerdings eher für den Wiederverkaufswert.

Was sich als sehr sinnvoll erwiesen hat – vor allem bei einem weißen Auto – sind Schmutzfänger vorne und hinten (109€). Würden wir auch wieder nehmen, zumal sie recht unauffällig sind für ein Nutzfahrzeug.

Solaranlage & Batteriereichweite im Grand California 600

Die Solaranlage ist auch „draußen“, allerdings ist Strom doch ein etwas größeres Thema und bekommt deswegen einen eigenen Abschnitt.

Wir haben die Solaranlage (104 Watt beim 600er, 174 Watt beim 680er) für 1800€. Da klar war, dass wir viel frei stehen wollen und selten Landstrom haben, war das für uns auch eine sehr gute Entscheidung. Bei halbwegs gutem Wetter reicht die Solaranlage aus, um den Strombedarf inklusive Kühlschrank komplett zu decken. In Norwegen haben wir erst ungefähr nach der Hälfte der gesamten Strecke angefangen, alle paar Tage mal abends für 30 Minuten den Motor an zu machen. Das reicht, um die Batterie ungefähr um 50% zu laden.

Man sollte ungefähr 40-50% Ladestand haben, um bei der niedrigsten Stufe des Kühlschranks (ca. 9 Grad) mit allen Verbrauchern gut über die Nacht zu kommen (mit Heizung, die zwar durch Diesel betrieben wird aber für die Steuerung offenbar auch Strom braucht).

Beim Fahren wird die Batterie ja auch geladen. Dafür gibt es sogar einen „Power-Knopf“, der zum stärkeren Laden der Batterie während der Fahrt führt. Wenn man also nur eine kurze Strecke fährt und keinen Landstrom hat ist das eine gute Option. Das treibt allerdings den Spritverbrauch in die Höhe – um ca. einen halben Liter pro Stunde (bei der Anzeige im Stand).

Leben am Limit 😀 Unsere Wasseranzeige von Zeit zu Zeit…

Ein Wort noch zur schrägen Position der Solaranlage über dem Fahrerhaus. Wir haben andere Wohnmobile gesehen, die die Solaranlage oben flach auf dem Dach haben. Das hat den Vorteil, dass man sich nie nach der Sonne ausrichten muss, weil es immer ein bisschen lädt, dafür hat man aber auch nie die direkte Sonneneinstrahlung. Wir haben uns, wenn möglich, immer so gestellt, dass wir – je nach Tagesplan – morgens oder nachmittags in der direkten Sonne standen, das ging für uns auch gut. Ist aber eine Sache mehr, an die man bei der Stellplatzsuche denken muss. Beim langen Grand California 680 ist genügend Platz das die Anlage waagerecht auf dem Dach installiert ist.

Zuladung im Grand California 600

Wie bei vielen anderen WoMos auf Kasten-Basis auch ist Zuladung schon ein Thema. Wir haben uns voll gepackt nicht gewogen, waren aber nach unserer Testfahrt mit vollen Tanks (Diesel und Wasser) und bisschen Sommer-Klamotten sowie allen Insassen schon knapp über den 3,5t, aber noch innerhalb des Toleranzbereiches. Auch deswegen empfiehlt es sich, Aluflaschen zu nehmen fürs Gas und auch sonst bisschen zu schauen, nichts allzu Schweres mitzunehmen. Das Problem besteht beim 680er im Übrigen auch, wobei der ja nur für 2 Personen ausgelegt ist, dafür aber mehr Stauraum in den Schränken hat.

Auflasten auf 3,88t ist natürlich eine Option, wollten wir aber nicht, weil die Höchstgeschwindigkeit dann auf 100km/h begrenzt wird und keiner von uns den Führerschein dafür hat. Hinzu kam, dass dann in Norwegen die Fähr- und Mautgebühren schnell doppelt so teuer geworden wären.

Was wir genommen haben, aber NICHT gebraucht hätten:

In dieser Kategorie steht dankenswerterweise nicht viel. Auch wenn Luise hier und da die Krise gekriegt hat, als Christian sich vor dem Kauf SCHON WIEDER mit dem Grand California beschäftigt hat war es unterm Strich gut. Es gibt nur wenige Kleinigkeiten, die wir anders machen würden.

Die induktive Ladeschale (50€) neben der Rücksitzbank brauchen wir eigentlich nicht. Man unterbricht halt jedesmal den Ladevorgang wenn man das Handy kurz braucht, beispielsweise um einen neuen Stellplatz zu suchen weil das Kind gerade schläft und man doch noch weiterfahren will. Wenn man ohne Hund fährt wäre vermutlich auch der Kindersitz am Fenster, dann kommt man eh nicht mehr ran, weil das Fach zu weit hinten ist.

Bei uns ist der Kindersitz auf der Rückbank in Richtung des Innenraums, da sonst unten das Hundebett nicht mehr hingepasst hätte.

Was wir NICHT genommen haben und auch NICHT brauchen

Es war richtig gut, dass wir keine Klimaanlage für den Wohnbereich genommen haben. Die fürs Fahrerhaus natürlich schon. Zum einen funktioniert die sowieso nur mit Landstrom, was wir selten hatten. Zum anderen wäre dann hinten über dem Bett das Dachfenster weg, weil dort die Klimaanlage angebracht wird. Wer will denn bitte eine Klimaanlage, wenn man aus dem Bett den Sternenhimmel und die schwedisch-bunten Herbstblätter sehen kann?!
Spaß beiseite, uns wäre es sehr viel zu dunkel hinten ohne Fenster im Dach und außerdem hat der Blick daraus lange Zeit Oskar gut unterhalten.

Was wir aktuell NICHT haben, aber beim nächsten Mal dazunehmen würden:

  • Den Fahrradgepäckträger (für 563€) gab es bei uns gerade nicht auszuwählen. Das würde eine Auflastung höchstwahrscheinlich notwendig machen. Wir haben aber hier und da schon manchmal gedacht, dass es schön wäre die Räder und den Kinderanhänger dabei zu haben.
  • Die Verbundglas-Frontscheibe in Wärmeschutz-Verglasung (für 307€) – UPDATE!!!. Wir dachten erst, dass es sich dabei um eine stärker isolierte Fensterscheibe handelt, haben mittlerweile aber erfahren, dass die Frontscheibe damit beheizbar wird. Das würden wir eher nicht kaufen, dann bleibt es bei den besseren Thermostaten von Project Camper.
  • Und – nicht original von VW erhältlich – würden wir für die Nutzung im Winter wahrscheinlich mindestens im Frischwassertank eine Tankheizung einbauen lassen. Nun fahren wir über Weihnachten nach Hause und können weder Waschbecken noch Toilette nutzen, weil einfach alles gefrieren würde und die Leitungen kaputt gehen.

Was wir an Routinen und dergleichen mitnehmen in unseren „neuen, alten“ Alltag mit unserem Sohn zuhause findet ihr in diesem Artikel: Von 8qm zurück auf 80qm – 12 Erkenntnisse nach einem halben Jahr im Wohnmobil

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Kategorie: Autos und Internet., elternzeitreise., lebendig.

von

Ich bin Luise und Bloggerin aus Leidenschaft. Ich liebe Fahrrad fahren und Mittagsschlaf. Ich lebe für Liebe, Wärme, Licht und Farben. Und dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass mit ein bisschen mehr Selbstliebe in jedem von uns die Welt ein noch schönerer Ort wird. Also, lasst uns anfangen :)

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